DER FINANZRATGEBER - MY ADVICE: "Wir wollen Ihnen bei den kleinen und             großen Finanzfragen und Finanzproblemen helfen und gute Lösungen finden!"                                                                    Thomas Fleck, Geschäftsinhaber                                                                                                                                                                                             
   
 

 





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Die Party ist zu Ende …


Die Anzeichen für ein Ende der guten Jahre sind nicht mehr zu übersehen. Immer mehr Branchen und Unternehmen geben den Abbau von Arbeitsplätzen bekannt. Die Produktion in den wichtigsten Industriesektoren ist rückläufig, die Automobilproduktion ist gegenüber dem ebenfalls schon schwachen Vorjahr um fast 25 Prozent eingebrochen. Der Auftragseingang in der deutschen Industrie sinkt seit fast einem Jahr und lag zuletzt fast neun Prozent unter dem Vorjahresniveau. Umfragen zeigen wenig überraschend ein sich rasch verschlechterndes Stimmungsbild bei den Unternehmen. Alle Zeichen stehen auf Rezession.


Auf tönernen Füßen

Deutschland und die Eurozone stehen vor der nächsten Rezession, wenn sie nicht schon mittendrin sind. Die EZB, der einzige bisher aktive Akteur, hat allerdings schon ein Großteil der Munition verschossen. Die Zinsen sind bereits negativ, Wertpapiere im Billionenvolumen wurden erworben. Natürlich kann sie diese Politik noch aggressiver fortsetzen und sie wird das zweifellos unter der Führung von Christine Lagarde tun. Parallel dazu werden weiteren Maßnahmen ergriffen werden, um Ausweichreaktionen der Bürger zu verhindern, vor allem durch weitere Einschränkung der Bargeldnutzung.


Doch dürften diese Maßnahmen nicht ausreichen, um die Eurozone zu stabilisieren. Schon bisher war die konjunkturelle Wirkung eher die Folge der Abwertung des Euro als einer gestärkten Binnennachfrage. Diesmal wird der Versuch einer weiteren Schwächung des Euro jedoch auf erbitterten Widerstand der anderen Länder, namentlich der USA treffen. Nicht zufällig hat Donald Trump unmittelbar nach der letzten Ankündigung Mario Draghis, nochmals zu lockern, wütend getwittert, dass dies nur dazu diene, den Euro weiter „unfair“ zu schwächen.

Damit dürfte die EZB als Retterin ausfallen. Ihre Maßnahmen werden relativ zu den Gegenmaßnahmen der anderen Länder zu klein ausfallen und zu spät kommen. Für einen Währungskrieg ist die Notenbank der Eurozone schlichtweg nicht gerüstet.


Staat als Retter?

Angesichts dieser Aussichten wundert es nicht, dass immer mehr Experten nach einer stärkeren Rolle der Staaten rufen. Diese sollten ungeachtet der schon hohen Verschuldung mit kreditfinanzierten Konjunkturprogrammen die Wirtschaft beleben und so eine neue Rezession und womöglich existenzbedrohende neue Eurokrise verhindern. Passend dazu gibt es immer mehr Vorschläge für eine direkte Finanzierung der Staaten durch die Notenbanken, um die Rezession abzuwenden. Alle Akteure wissen nur zu gut, dass sich unsere überschuldete Welt keine Rezession leisten kann, zu groß ist die Gefahr eines Ableitens in eine Deflation mit fallenden Vermögenspreisen, Pleitewellen und drastischer Arbeitslosigkeit.

Es ist schwer vorstellbar, dass andere Länder Konjunkturprogramme auflegen, die dazu führen, dass mehr aus Deutschland importiert wird. Wahrscheinlicher ist, dass wir noch mehr protektionistische Maßnahmen sehen werden, wenn die hiesige Politik nicht bei den schuldenfinanzierten Programmen mitmacht.

Dabei spricht aus deutscher Sicht nichts gegen eine deutliche Ausweitung der Investitionen des Staates. Der Stau der Investitionen in Infrastruktur, Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Bildung und Bundeswehr ist offensichtlich. Alles Bereiche in denen in den vergangenen zwanzig Jahren gespart wurde, während die Sozialleistungen immer weiter anwuchsen. Ohnehin ist die „schwarze Null“ ein Ammenmärchen der Politik, sind doch die Schulden des Staates bei sauberer Bilanzierung der gemachten Versprechen für Mütterrente und Rente mit 63 (um nur zwei Beispiele zu nennen) deutlich gestiegen.

Dennoch dürfte es eine Weile dauern, bis sich die deutsche Politik dazu durchringt, die Konjunktur zu fördern. Statt dringend erforderlicher Entlastungen für die Bürger denken unsere Politiker bekanntlich über neue Lasten nach.

Während die Politik in den letzten zehn Jahren nichts für die Sicherung des Wohlstands getan hat und sich stattdessen auf Umverteilung und die Verwirklichung mehr oder weniger sinnvoller sozialer Projekte konzentriert hat, droht nun das bittere Erwachen. Eine ganze Generation wird feststellen, dass es nicht selbstverständlich ist, dass es Arbeit und Wohlstand gibt. 

Oktober 2019


Notenbanken rund um den Globus senken die Zinsen, um sich gegen den Abschwung zu stellen. Es wird nur nichts nützen. 


Noch nie in der Menschheitsgeschichte waren die Zinsen so niedrig wie jetzt. In den USA gehen die Daten über 200 Jahre zurück. In Großbritannien gehen die Daten über 300 Jahre zurück und auch dort lässt sich keine Periode finden, in der die Zinsen jemals niedriger gewesen wären. Einige Untersuchungen gehen sogar in das 13. Jahrhundert zurück. Die Schlussfolgerung bleibt die gleiche: Nie waren die Zinsen niedriger wie heute. 


Die Europäische Zentralbank und die FED und die BoJ werden ihre Geldpolitik weiter lockern, um sich gegen die globale Rezession zu stemmen. Noch niedrigere Zinsen bringen aber auch noch schädlichere Nebenwirkungen mit sich: Die „Liquiditätshausse“ überstrahlt die „Fundamentalbaisse“. Chancen und Risken an den Märkten lagen selten so eng beieinander und erfordern von jedem Anleger höchste Flexibilität, die sich aber lohnt und auszahlt. 

September 2019




Aktien: Geldflut als riskanter Treiber

Die „Liquiditätshausse“ überstrahlt die die „Fundamentalbaisse“.

Die Aktienmärkte sind der wirtschaftlichen Entwicklung weit vorausgelaufen – und werden wohl noch weiter davoneilen. 


Tatsächlich werden die Märkte vor allem von der Aussicht auf billigeres Geld getrieben, das nicht nur von der Europäischen Zentralbank (EZB), sondern auch von der US-Notenbank (Fed) kommt. Der DAX hat seit Januar mehr als 17 Prozent zugelegt, an der Wall Street ist der S&P 500 noch stärker gestiegen.

Zur konjunkturellen Entwicklung passt das alles nicht, vor allem nicht zur deutschen. Die hiesige exportstarke Wirtschaft leidet besonders unter der sich abkühlenden Weltkonjunktur und dem Handelsstreit. Der Ifo-Geschäftsklimaindex fällt und fällt und ist zuletzt auf das Niveau vom Frühjahr 2013 abgesackt. Gleichzeitig schrauben viele Unternehmen ihre Gewinnerwartungen zurück.

Die „Liquiditätshausse“ überstrahlt die die „Fundamentalbaisse“.

Angesichts der niedrigen bis negativen Renditen von Anleihen bleibt Investoren nicht viel anderes übrig, als in Aktien zu investieren. Aktien bieten zumindest die Chance, das Vermögen zu mehren. Auch wer regelmäßige Einnahmen haben will, braucht Aktien: Die Dividenden, die Unternehmen ausschütten, sind wesentlich höher als die Zinsen.

Doch die Anlage in Aktien wird riskanter. Viele Experten meinen, dass die EZB mit ihrer Geldpolitik nicht mehr viel ausrichten kann, um die Wirtschaft anzukurbeln

Trotzdem kann die Liquiditätshausse weitergehen, eben weil Anlegern die Anlagealternativen fehlen. Die Märkte werden aber nervöser, und zwischenzeitliche Rückschläge wahrscheinlicher. Wenn sich die Wirtschaft nicht von selbst wieder fängt, weil Verbraucher auf der einen Seite mehr konsumieren und auf der anderen Seite Unternehmen mehr verkaufen und mehr investieren, wird die Geldflut zum immer riskanteren Treiber für die Märkte. 

August 2019


Anleger glauben, Fed-Chef Powell wird es schon richten – sie irren 

Dow Jones und S&P 500 erreichen neue Höchststände. Doch die neuen Rekorde an der Wall Street sind beim Blick in die Zukunft nicht gerechtfertigt.

 

Die Märkte drehen es so, wie es gerade notwendig ist. Und aktuell ist es so, dass selbst schlechte Nachrichten wie der Anstieg der Kerninflationsrate in den USA die Zuversicht der Börsianer nicht bremsen können. Schon zum zweiten Mal in dieser Woche durchbrach der wichtigste US-Aktienindex, der Standard & Poor’s 500, die Marke von 3000 Punkten – ein neuer Rekord. Inzwischen hat das Aktienbarometer seit Jahresbeginn rund 20 Prozent zugelegt. Auch der Dow Jones erreichte unbekannte Sphären.


Das personifizierte Vertrauen der Anleger: Jerome Powell. Der Chef der US-Notenbank wird es schon richten, meinen sie. Doch dieser Eindruck täuscht: Die neuen Rekorde sind beim Blick in die Zukunft nicht gerechtfertigt. Klar, in seiner Rede vor dem US-Kongress hat Powell bekräftigt, dass die Fed bereitsteht. Und zwar dafür, angemessen zu handeln, um nachhaltiges Wachstum zu sichern. Der internationale Handelskonflikt und die schwache Weltwirtschaft treiben ihn um.Was Powell nicht erwähnt hat: Präsident Donald Trump. Er fordert die Fed via Twitter und in Interviews immer wieder dazu auf, endlich die Zinsen zu senken. Gewiss würde Powell das nie als Grund für eine lockere Geldpolitik einräumen. Doch in der Realität spielt das für die Notenbank sicherlich eine Rolle. So steht einer Zinssenkung noch in diesem Monat nichts im Weg. Und es können weitere folgen.


Doch was folgt danach? Amerikanische Aktien sind – etwa im Vergleich zu europäischen Papieren – schlicht teuer, außerdem werden die Indizes von den großen Tech-Firmen getrieben. Und genau hier lauern große Gefahren. Eine Regulierung kann vergleichsweise schnell erfolgen, was die Fantasie dann sicherlich bremst. Gleichzeitig laufen die Effekte der Steuerreform von Trump langsam, aber sicher aus.


Aktienwerte werden nach unten gehen.


Entscheidend ist in den USA der Konsum und damit auch die Anzahl an Arbeitsplätzen, da nur diejenigen Geld ausgeben, die einen Job haben. Zwar sind die jüngsten Zahlen hier überraschend gut ausgefallen. Doch auch das wird sich sicherlich ändern. Dann werden sich die Unternehmen auch mit Investitionen zurückhalten. Und die Aktienwerte gehen unweigerlich nach unten.Eine Entwicklung dieser Art benötigt lediglich einen konkreten Auslöser – und den wird es auch geben. Denn Börse basiert zu einem wesentlichen Teil auf Psychologie. Dreht die Stimmung nach einem kleinen Auslöser, dann werden auch gute Argumente für steigende Kurse beiseitegedrängt. Deshalb ist die jetzige Quartalssaison der Unternehmen in den USA so wichtig wie selten zuvor. Wenn der steigende Gewinntrend in den Unternehmen abgebremst wird – davon ist auszugehen –, dann ist das ein lauter Warnschuss. Danach dürfte es nicht mehr allzu lange dauern, bis die Analysten ihre Gewinnprognosen revidieren und die aktuellen Aktienkurse nicht mehr zu rechtfertigen sind.


Unweigerlich kommen dann europäische Aktien ins Spiel. Sie sind deutlich günstiger und haben viele Negativnachrichten bereits in den Kursen verarbeitet. Spätestens dann bilden europäische Dividendentitel eine attraktive Alternative zu US-Werten. 

Juli 2019

 

 



Vermeintlich defensive Aktien sind teuer geworden und dadurch auch risikoreicher

Als sicher geltende Aktien sind zuletzt stark gestiegen. So etwas gab es vor über 50 Jahren schon einmal, es folgte ein Absturz. Wiederholt sich die Geschichte?



Was haben Coca Cola, Pepsico, Pernod und Remy Cointreau gemeinsam? Sie sind auf Grund ihrer Marken bekannt. Außerdem sind ihre Aktien an der Börse stattlich bewertet. Wer sie heute kauft, bezahlt die Unternehmen und heruntergerechnet jeden Anteilsschein mit mehr als dem 20-fachen des Jahres-Nettogewinn.

Solch hohe Kurs-Gewinn-Verhältnisse sind ansonsten eher in der High-Tech-Branche anzutreffen. Denn hier schaffen es die Unternehmen oftmals, mit ihrem rasanten Gewinnwachstum die hohen Bewertungen rasch wieder abzubauen. Amazon ist dafür ein gutes Beispiel: Lange Zeit notierte die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von weit über 100 an der Börse. Trotzdem stieg und stieg der Aktienkurs immer weiter.

Doch weil die Gewinne noch sehr viel stärker als der Kurs zulegten, baute sich die sehr hohe Bewertung sukzessive wieder ab – trotz steigender Kurse. Amazon ist zwar immer noch sehr hoch bewertet, doch dem steht ein rasantes Gewinnwachstum und -potenzial gegenüber.

Von diesem rasanten Gewinnwachstum sind Coca Cola & Co weit entfernt. Anleger kaufen diese Aktien, weil sie sich etwas anderes erhoffen: Standfestigkeit in (künftigen) Krisen und verlässliche Dividenden. Der Kapitalerhalt geht über alles. 


Weil sich das hohe Sicherheitsbedürfnis mit den spekulativen Aktienmärkten nur schwer vereinbaren lässt, suchen vorsichtige Aktionäre in erster Linie große, etablierte und bereits fest im Markt verankerte Unternehmen mit berechenbaren und stetig steigenden Cashflows. Gefragt sind gute Firmenbilanzen, wenig Schulden - und vor allem eine hohe Dividende. Die Ausschüttungen gelten vielen Anlegern als der neue Zins in Zeiten, in denen es auf dem Sparbuch und mit Anleihen so gut wie gar keine Zinsen mehr gibt.

Gemeinsam ist diesen an der Börse hoch bewerteten Unternehmen, dass ihre Aktien auf stattliche Dividendenrenditen kommen: Bei Coca Cola sind es knapp dreieinhalb Prozent. Die Ausschüttungen erscheinen mit Blick auf die Vergangenheit mit großartiger Dividendenhistorie verlässlich. Das zieht immer neue Anleger an.


Sehr hohe Bewertungen machen Aktien anfälliger für Rückschläge


Doch Vorsicht: Je weiter die Bewertungen steigen, weil die Gewinne mit den Kursen nicht Schritt halten, desto anfälliger werden diese vermeintlich defensiven Aktien für Rückschläge. Niemand sollte sich wundern, wenn in einem künftigen Abschwung die Kurse von Coca Cola & Co stärker abstürzen als vermeintlich schwankungsreichere Aktien aus der High-Tech-Branche.


Die lange Börsengeschichte liefert dafür ein Beispiel. Vor gut 50 Jahren erwischte es rund 50 konstant wachsende Unternehmen. Dazu zählten Eastman Kodak, Johnson & Johnson, General Electric - und auch schon damals Coca Cola. All diese Aktien schienen die vielen positiven Eigenschaften eines stetigen Ertrags-, Dividenden- und Kurswachstums zu vereinen. Die Finanzmärkte nannten sie die Nifty Fifty - die schicken Fünfzig.

Das Problem war damals ähnlich der Situation heute: Sehr viele Anleger setzten auf diese vermeintlich perfekten Aktien - und trieben die Kurse in die Höhe. Nach dem Absturz dauerte es mehr als ein Jahrzehnt, bis diese schicken Aktien ihren alten Wert wieder erreichten. 


Ähnliches droht den hoch bewerteten Aktien wieder, sollten Anleger die Kurse von Pepsi & Co weiter in die Höhe treiben. Wer mit seinen vermeintlich sicheren Aktien im Depot einen Kollaps wie in den 70er-Jahren vermeiden möchte, sollte deshalb neben den stetig steigenden Gewinnen und Dividenden auch das Kaufinteresse der anderen Anleger im Auge behalten.

 

Denn je teurer ein Unternehmen wird, weil die Kurse schneller als die Firmengewinne steigen, desto größer ist die Absturzgefahr. Das gilt auch, wenn die Unternehmenserträge gut kalkulierbar sind und das Investment deshalb als sicher erscheint. Absolut sicher ist an der Börse keine Aktie. 

Juli 2019


Am US-Anleihemarkt geht die Angst vor einer Rezession um


Die Renditen für zehnjährige US-Staatsanleihen fallen in Richtung zwei Prozent. Die Politik von Präsident Trump verschärft die Sorgen. An den Märkten wächst die Sorge vor einer Rezession in den USA.

   

Trumps Steuersenkungen haben den Schuldenstand der USA auf über 22 Billionen US-Dollar katapultiert. Schulden, die das Land vor allem über die Ausgabe von kurz laufenden US-Staatsanleihen refinanziert.

 

Gleichzeitig wachsen die Sorgen vor einem verschärften Handelskonflikt und einem Abschwung in den USA. Das treibt Investoren in als sicher geltende langfristige US-Staatsanleihen. Das lässt die Kurse für zehnjährige Papiere steigen. Im Gegenzug sinken die Renditen. So fiel die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen im Mai auf 2,2 Prozent. Das ist der tiefste Stand seit fast drei Jahren.

 

Das hohe Angebot kurzfristiger Papiere und der Run auf langlaufende US-Staatsanleihen haben eine weitere Folge: Dadurch verflacht sich die sogenannte Zinskurve weiter. Sie bildet das Verhältnis von kurzfristigen und langfristigen Renditen ab. Üblicherweise liegen langfristige Renditen über denen kurzlaufender Papiere.

  

Investoren verlangen im Normalfall eine Prämie dafür, wenn sie ihr Kapital für längere Zeit verleihen. Doch in den USA hat sich dieses Verhältnis teilweise umgekehrt. Staatsanleihen mit dreimonatiger Laufzeit werfen derzeit mehr ab, als zehnjährige Anleihen. Eine solche Inversion der Zinskurve gilt als verlässlicher Indikator einer Rezession.

 

Nationale Verschuldung ist außer Kontrolle

 

Die Entwicklung beunruhigt immer mehr Investoren. So sagte etwa Star-Investor Jeffrey Gundlach von Doubleline Capital kürzlich dem US-Sender CNBC: „Die nationale Verschuldung ist komplett außer Kontrolle. Der Zustand der Wirtschaft ist zu schlecht, um einen Abschwung auszuhalten.“ Aus Sicht von McKay-Shields-Manager Roberts versucht Trump zwar mit seiner Steuerreform und anderen Staatsausgaben den Boom weiter künstlich in die Länge zu ziehen. Doch die Risiken würden dadurch nur größer. „Sollte die Blase platzen, wird es einen großen Knall geben.“

 

Auch Felix Herrmann, Anlagestratege beim US-Vermögensverwalter Blackrock beobachtet zunehmende Unsicherheit an den Märkten. „Die Wachstumssorgen haben sich aus den geplatzten Handelsgesprächen ergeben. Bei den Anlegern tritt langsam die Erkenntnis ein, dass dadurch nicht nur das Wachstum in China niedriger ausfallen wird sondern, dass der Handelsstreit auch in den USA negative Auswirkungen haben dürfte.“

   

Das mache sich an den Anleihemärkten bemerkbar: „Der Grund für die Rally bei US-Staatsanleihen ist eindeutig die massive Zunahme an Unsicherheit.“ Die geringen Renditen für langfristige US-Anleihen spiegelten jedoch auch die niedrige Erwartung für das langfristige Wachstum wieder.

 

Hinzu kommt: Die Märkte verlassen sich zunehmend darauf, dass die US-Notenbank Fed bereitsteht, um die Wirtschaft zu stützen. Aktuell rechnen die Investoren bereits mit zwei Zinssenkungen im Jahr 2019. Selbst der Ankauf von Staatsanleihen durch die Fed steht nun wieder im Raum.

 

Ausverkauf an den Börsen könnte sich fortsetzen

 

Überrascht die Fed die Märkte mit einem strikteren geldpolitischen Kurs, könnte sich der Ausverkauf an den Börsen fortsetzen. Im Mai haben die wichtigsten US-Börsen bereits zwischen knapp sechs und über sieben Prozent nachgegeben.

 

Die Ausschläge nach oben und unten werden immer größer, beobachtet Roberts. „Die Marktbewegungen sind derzeit sehr episodisch. Das ist ein typisches Umfeld kurz vor einem Abschwung.“


Korrekturfortsetzung an den Aktienmärkten wird daher immer wahrscheinlicher 

Juni 2019




Minizinsen machen Sparer und Anleger mürbe


Seit vor einem Jahrzehnt die Zinsen in Richtung null sanken, summieren sich die Zinseinbußen der privaten deutschen Haushalte bei Einlagen, Rentenpapieren und Versicherungen nach Abzug der Inflation auf inzwischen 648 Milliarden Euro. 

Die lang anhaltenden Niedrigzinsen hinterlassen mittlerweile deutliche Spuren bei deutschen Anlegern. 60 Prozent der Befragten zeigen sich frustriert mit Blick auf die magere Verzinsung ihrer Ersparnisse. Aufgrund der fehlenden Aussicht auf höhere Zinsen verfallen immer mehr Sparer in Lethargie und resignieren: Annähernd jeder Zweite (46 Prozent) verspürt inzwischen keine Lust mehr, die Rendite von verschiedenen Geldanlagen miteinander zu vergleichen - Umfrage Anlegerbarometer. Der Blick auf die Depotauszüge fällt bei vielen Bundesbürgern ernüchternd aus: 62 Prozent derjenigen, die 2018 Geld angelegt haben, sind mit der Wertentwicklung unzufrieden, hat der Bundesverband deutscher Banken (BdB) ermittelt.  


Trotz allem ist es bemerkenswert, dass Sparer offensichtlich die zufriedeneren Menschen sind. Von den Befragten, die monatlich sparen, sind knapp zwei Drittel mit dem Leben insgesamt zufrieden (63 Prozent) - und zwar unabhängig davon, was sie verdienen. Ganz gleich ob geringes Einkommen, mittleres oder hohes Einkommen äußern Sparer eine größere Lebenszufriedenheit. Wer mit seinem Leben zufrieden ist, spart durchschnittlich 481 Euro pro Monat. Das entspricht einer Sparquote von 14,6 Prozent. Alle anderen Sparer kommen auf eine Quote von 11,8 Prozent und legen 316 Euro monatlich beiseite. 


Wer zufrieden ist, glaubt zudem häufiger, seine finanzielle Zukunft selbst in der Hand zu haben. Drei Viertel (75 Prozent) der zufriedenen Menschen geben an, dass sie durch ihr eigenes Sparverhalten beeinflussen können, wie sie in zehn Jahren finanziell aufgestellt sind.


Schöne Ferien - Deutsche Sparer greifen für Ihren Urlaub tief in die Taschen. In den Sommerferien heißt es für die meisten: „Koffer packen und ab in den Urlaub!“Für Urlaubsreisen werden im Schnitt 174 Euro pro Monat gespart. Beim Blick auf die Kosten wird deutlich, dass den Menschen hierzulande die schönsten Wochen im Jahr eine Menge wert sind: Für den letzten Haupturlaub haben die Befragten durchschnittlich 1.352 Euro pro Person ausgegeben. Für alle Urlaubsreisen zusammen waren es im vergangenen Jahr im Schnitt sogar 4.251 Euro pro Haushalt. Viele bezahlen ihre Reise dabei mit Geld, das sie extra dafür gespart haben. 

Juni 2019



Turbulenter Mai droht – Schwankungen an den Börsen dürften zunehmen. 

Der Dax hat seit Jahresbeginn 18 Prozent zugelegt. 

Wird sich die Geschichte an den Aktienmärkten wiederholen?



 

Nach Ansicht von Finanzexperten könnte es in den kommenden Wochen an den Börsen zu stärkeren Schwankungen kommen. „Im Mai wird der Puls der Märkte steigen“, sagt Robert Greil, Chefstratege der Privatbank Merck Finck. Schon in der neuen Handelswoche dürfte die Volatilität an den Aktienmärkten „mit der anstehenden Welle an Konjunktur- und Unternehmenszahlen“ zunehmen.  

Der Mai ist ein für Rückschläge gefürchteter Börsenmonat, und es stehen bald wichtige Ereignisse an: Neben der Wahl des Europaparlaments am 26. Mai seien auch Weichenstellungen in den Handelskonflikten zwischen den USA und China sowie der EU zu erwarten, so Greil. 

  

„Für einen weiteren deutlichen Kursanstieg müssten auch die Gewinnerwartungen zulegen“. Bei der Aktienauswahl sollten Anleger daher neben der Bewertung weiter darauf achten, dass der Gewinn des Unternehmens stärker zulegt als im Gesamtmarkt. 

 

DZ-Bank-Analyst Michael Bissinger äußert auch Bedenken: „Angesichts des schwachen wirtschaftlichen Umfelds und der starken Kursentwicklung wird die Luft an den Aktienmärkten deutlich dünner.“ Als beständige Risikofaktoren nennt er unter anderem die Zollpolitik, den Brexit sowie politische Turbulenzen in EU-Kernländern. 

 

Sie könnten einen weiteren Anstieg der Aktienmärkte verhindern und immer wieder zu Rückschlägen führen. Bis Jahresende nennt die DZ-Bank für den Dax ein Kursziel von 12.000 Punkten, den Euro Stoxx 50 sehen die Analysten bei 3.400 Punkten. 

 

David Kohl, Chefvolkswirt Deutschland bei der Privatbank Julius Bär, führt die Erholung am amerikanischen Aktienmarkt ebenfalls darauf zurück, dass die Fed auf weitere Zinserhöhungen verzichtet hat. Er blickt optimistisch auf die weitere Entwicklung in den USA: „Die Erholung der Aktienkurse, eine zurückhaltende Notenbank und geringerer Lohndruck sind gute Voraussetzungen für höhere Unternehmensgewinne. Dies könnte für eine weitere positive Überraschung bei den Investoren sorgen“, so Kohl.  

 

Vom goldenen Schein blenden lassen sollte man sich aber nicht! Vorsicht ist angesagt, wenn man den Worten von Naeem Aslam, Analyst bei ThinkMarkets UK, Glauben schenken mag. "Lasst euch nicht täuschen... das Smart Money ist" nach den jüngsten Zugewinnen bei US-Aktien "für den Short bereit", schrieb er in einer Kundennotiz.  

Zwar hätten 79 Prozent der S&P 500-Unternehmen ihre Gewinnprognosen in der laufenden Berichtssaison für das erste Quartal übertroffen. Hedgefonds und institutionelle Investoren haben sich aber anscheinend nicht eingekauft, so Aslam. Aslam macht das vor allem an den jüngsten Daten der Commodity Futures Trading Commission fest, die einen Einblick in die Handelsaktivitäten anzeigepflichtiger Investoren wie Hedgefonds geben. Nach den jüngsten Zahlen ist das bullische Sentiment für den S&P 500 um 36 Prozent zurückgegangen. Das bedeute, dass diese Investorengruppe auf einen Rückgang der Aktienmärkte setze. "Das zeigt, dass die Smart Money bereit ist, zu verkaufen, wenn der Markt wieder fällt. Außerdem ist eines sicher, wenn es um Smart Money geht, es spielt nicht gerne die zweite Geige", schreibt Aslam.

 

Grund zur Vorsicht ist auch mit dem Blick auf den Fear & Greed Index von CNN Money angebracht, der mittlerweile auf 75 gestiegen ist und damit eine "extreme Gier" der Marktteilnehmer anzeigt. 

 

Der Fear & Greed Index schwankt in einer Spanne von 0 - 100. Der Indikator gilt als Kontraindikator. Bei "Extreme Greed" sollte man sich mit Longs zurückhalten, bei "Extreme Fear" sollte man indes vorsichtig mit Shorts werden.Im längerfristigen Diagram betrachtet notiert der Fear & Greed Index wieder auf dem Niveau von Oktober 2018, als die US-Indizes in den Sinkflug übergingen. 

 

Wird sich die Geschichte an den Aktienmärkten wiederholen?

Mai 2019

 

 


JP Morgan sagt: Inverse US-Zinskurve ist bullisch für Aktien


Marko Kolanovic, der Chef der Quant-Strategie von JP Morgan und einer der weltweit angesehensten Quant-Analysten, sagte jüngst, Anleger sollten die Inversion der Zinskurve nicht zwingend als ein negatives Signal ansehen.

 

In einer Studie zum Aktienmarkt schrieb Kolanovic, dass das Phänomen der inversen Zinsstrukturkurve zwar als sehr zuverlässiger Indikator für eine Rezession gilt, aber auch dazu tendiert, hohe Renditen am Aktienmarkt anzukündigen.

 

"In der Vergangenheit haben die Aktienmärkte nach einer Inversion der Zinskurve tendenziell die höchsten Renditen in den darauffolgenden Monaten und Quartalen erzielt. Erst nach etwa 30 Monaten fiel die Performance des S&P 500 unter den Durchschnitt", sagte er.

 

Kolanovic gilt als absoluter Fachmann an der Wall Street, der die Entwicklungen an den Finanzmärkten vor drei Jahren sehr präzise vorhergesagte. 

 

Die Aktienmärkte kommen aktuell nur schwer in Fahrt, nachdem sich die Zinskurve der dreimonatigen und zehnjährigen US-Renditen am vergangenen Freitag umgekehrt hatte. Je stärker diese Zinskurve invertiert, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit für eine Rezession. Im Schnitt kommt es 311 Tage nach dem Signal zu einer Rezession, so zerohedge in einem Artikel.

 

Die Federal Reserve of New York hatte damals selbst gesagt, dass eine inverse Zinsstrukturkurve ein extrem präziser Indikator für eine heraufziehende Rezession sei. So habe eine inverse Zinskurve die letzten sieben Rezessionen vorhergesagt.

April 2019

 


Sind Anleger blind?


Der Markt gibt einfach nicht nach, obwohl es an Widerständen und schwierigen Daten nicht mangelt. Man fragt sich: Sind Anleger blind?

  

Wahrscheinlich sind Anleger nicht blind, sondern einfach nur im Freudentaumel über Fortschritte im Handelskonflikt mit China. Diese Fortschritte lassen sich zwar nicht wirklich beziffern, doch darauf kommt es nicht an. Anleger gehen davon aus, dass die Einigung kommt. 


Das, zusammen mit einer akkommodierenden Notenbank und keinem zweiten Shutdown, hat den Markt gestützt. 


Da stört es nicht, dass die USA Europa Zölle androhen und der Brexit immer näher rückt. Es stört auch nicht, dass die Wirtschaftsdaten immer schlechter werden.

 

Vor kurzem sorgten die Einzelhandelsumsätze für Gesprächsstoff. Die Umsätze sind ende 2018 der ersten Berechnung nach stark gefallen. Das hat niemand so recht geglaubt. Die Sorgenfalten waren schnell wieder geglättet. Inzwischen häufen sich jedoch die Hinweise auf eine deutliche Abkühlung der US-Wirtschaft.

 

Egal wie man es dreht und wendet, der Einzelhandel schwächelt. Es ist aber nicht der einzige Sektor, dem es so geht. Auch die Wirtschaftsstimmung bekommt einen herben Dämpfer. Der Philadelphia Fed Report zeigt den freien Fall der Wirtschaft an. 

 

Der Index notiert inzwischen im negativen Bereich. Das deutet nicht nur auf eine Verlangsamung hin, sondern sogar auf ein Schrumpfen der Wirtschaft. Der Rückgang des Index war dabei zuletzt so deutlich wie seit der Finanzkrise nicht mehr. 

Zugegeben, der Index misst die Aktivität in der Region der Philadelphia Fed, dem dritten Fed-Bezirk. Dieser umfasst die Bundesstaaten Pennsylvania, New Jersey und Delaware. In diesen drei Staaten leben 7% der US-Bevölkerung. Das muss also noch nichts heißen.

 

Die Aktivität dieser Region ist allerdings stark mit dem ganzen Land korreliert. Das Wachstum der USA und der Philly Fed Index gehen Hand in Hand. So stark wie der Index eingebrochen ist, müsste sich das Wachstum auf 1,5% abschwächen. Das ist eine Halbierung zum Tempo im vergangenen Jahr.

 

Sinkt der Index weiter, ist auch Wachstum unterhalb von 1% denkbar. Das reicht für gewöhnlich schon aus, um Unternehmensgewinne stagnieren zu lassen, zumal aus dem Ausland für US-Unternehmen derzeit keine Unterstützung kommt. Der Auslandsgewinn dürfte eher schrumpfen als zulegen.

 

Die Rallye der letzten Wochen war für viele überraschend. Euphorie muss aber nicht rational sein. Aus rationalen Gesichtspunkten ist der Markt schon wieder zu hoch bewertet. Ein Ende des Handelskonfliktes wird die Unternehmensgewinne auch nicht nach oben katapultieren. Ein Ende wird kurzfristig keinen Effekt haben.

 

Anleger sind aktuell nicht zugänglich für Fundamentaldaten. Ich vermute aber stark, dass es zu einem Abverkauf kommt, wenn sich die USA und China einigen. Ganz nach dem Motto: die Aussicht auf eine Einigung kaufen und verkaufen, wenn sie erzielt ist. 

März 2019


Absturzgefahr an der Börse – Charttechniker sehen den Dax unter 10.000 Punkten

 


Für das Börsenjahr 2019 ist bisher viel Optimismus verbreitet worden. Die Mahnung kommt aus der Charttechnik: 

Dem Dax droht ein Debakel.

 

Der Januar begann vielversprechend, zumindest im Vergleich zur düsteren Vorweihnachtszeit. Ca. sieben Prozent hat der Dax im ersten Monat zugelegt. Nach dem katastrophalen Börsenjahr 2018, in dem es um 18 Prozent bergab ging, ist wieder Ruhe und sogar ein wenig Optimismus an den Finanzmärkten eingekehrt.

Doch es ist nur die Ruhe vor dem Sturm, vertraut man den Aussagen technischer Analysten, die vor genau einem Jahr treffend den Absturz vorhergesagt haben. 

Ihre Kernbotschaft lautet diesmal:Ein wenig geht es noch aufwärts, ehe der Dax auf neue Tiefs und unter die Marke von 10.000 Punkte fallen wird.

 

Aktuell signalisiert das Chartmuster den Experten mehr Risiken als Chancen. Die Korrektur ist noch nicht abgearbeitet. Sie sehen den Dax in der zweiten Jahreshälfte in Richtung 10.000 Punkte fallen – und kurzzeitig sogar auf 9800.

Fazit: Kurze Zwischenerholung und dann neuerlicher Einbruch des Dax auf weniger als 10.000 Punkte. Für Anleger gilt deshalb: Bitte anschnallen!

Februar 2019




Warum sich "DAX und Co."  2019 wieder erholen werden 


Die US-Wirtschaft wächst 2019 robust mit 2,5 Prozent
Sorgen vor einer starken Wachstumsabschwächung oder sogar einer Rezession der US-Konjunktur im Jahr 2019 kommen zu früh. Vor dem Hintergrund robuster Konsumausgaben, gestützt durch einen weiterhin lebhaften Arbeitsmarkt, wird die US-Wirtschaft 2019 mit 2,5 Prozent wachsen. Nominal beträgt das Wachstum 4,8 Prozent. Die USA werden daher für einen Großteil der DAX-Unternehmen auch 2019
 ein wachsender Markt bleiben


Der DAX erholt sich unter großen Schwankungen auf ca.12.500 Punkte. 

Der DAX wird sich 2019 unter sehr großen Schwankungen in einer breiten Range zwischen 9.500 und 12.500 Punkten seitwärtsbewegen. Belastet durch den von US-Präsident Trump angezettelten Handelskrieg, der Wirtschaftsabschwächung in China und Gewinnwarnungen einzelner DAX-Unternehmen geht der deutsche Markt schwer angeschlagen in das Jahr 2019. Doch wir erwarten eine Beruhigung im Handelskrieg, und Chinas Notenbank und Regierung sollte es ähnlich wie 2016 gelingen, die Wirtschaft in China zu stabilisieren. Daher erwarten wir im Verlauf des Jahres 2019 wieder ein besseres Umfeld für den DAX


Das DAX-KGV erholt sich 2019 leicht auf 12,5

Vor dem Hintergrund des enttäuschenden Aktienjahrs 2018 ist die Bewertung an den Aktienmärkten mittlerweile wieder deutlich attraktiver. 

So ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des DAX seit Anfang 2018 von 14 auf 11 gefallen, und auch für den S&P 500 in den USA ist das KGV von 19 auf 15 gefallen. Der Markt hat unserer Meinung nach damit begonnen, ein Rezessionsszenario einzupreisen. Dank der noch relativ expansiven Geldpolitik im Euroraum und den USA und der expansiveren Fiskalpolitik in China glauben wir nicht an so ein pessimistisches Szenario. Daher sollte sich das DAX-KGV bis Ende 2019 wieder auf 12,5 erholen. 


Weil die Gewinnentwicklung 2018 vielfach von Sondereffekten bei den DAX-Unternehmen geprägt war, gehen wir davon aus, dass sich die Gewinnlage 2019 wieder verbessert. Die aktuellen Analystenschätzungen, die für 2019 im DAX einen Gewinnanstieg von (wiederholt) zehn Prozent fortschreiben, dürften jedoch erneut zu optimistisch geschätzt sein. Eine Größenordnung um fünf Prozent Gewinnanstieg im DAX erscheint realistischer, auch für den Euro Stoxx 50. 

DAX-Unternehmen kaufen auch 2019 stetig eigene Aktien zurück 
Die DAX-Unternehmen haben 2018 nicht nur 37 Milliarden Euro an Dividenden an ihre Investoren gezahlt, sondern auch für ungefähr 7 Milliarden Euro eigene Aktien zurückgekauft. Mit adidas, Allianz, Covestro, Deutsche Börse, Linde, Münchener Rück und Siemens verfolgen derzeit sieben DAX-Unternehmen die Strategie, mit dem Rückkauf eigener Aktien die Aktienanzahl stetig zu reduzieren. Am US-Aktienmarkt gehen aktuelle Prognosen von 1.200 Milliarden US-Dollar Aktienrückkäufen im Jahr 2018 und nochmals 1.000 Milliarden US-Dollar im Jahr 2019 aus, getrieben von der US-Steuerreform. Aktienrückkäufe könnten daher insbesondere in den USA ein wichtiger Faktor werden, dass sich die Aktienmärkte 2019 doch besser als derzeit befürchtet entwickeln werden. 


Der S&P 500 erholt sich 2019 dank steigendem Gewinntrend wieder auf 2.900 Punkte
Im Gegensatz zum DAX ist der Gewinntrend des S&P 500 immer noch dynamisch aufwärtsgerichtet, unterstützt von den anhaltenden positiven Effekten der US-Steuerreform und der Welle der Aktienrückkäufe. Wir erwarten, dass sich der S&P-500-Gewinntrend im Jahr 2019 nochmals um 6 Prozent verbessern wird, und in diesem Fahrwasser sollte sich der S&P 500 wieder in Richtung 2.900 Punkte erholen. Stärkere Kursgewinne sind für den S&P 500 nicht drin, da US-Investoren mittlerweile mit einer Rendite von fast 3 Prozent für zweijährige US-Staatsanleihen eine relativ attraktive risikolose Anlagealternative haben. 


Der Euro STOXX 50 schafft 2019 eine Erholung in Richtung 3.300 Punkte
Vor allem politische Risiken im Euroraum haben den Euro STOXX 50 2018 ausgebremst. Wir sind überzeugt, dass spätestens nach der Europawahl Ende Mai die Politiker eine tragfähige Lösung für Italien finden werden. Zudem ist das KGV für den Euro STOXX 50 zuletzt von 15 auf 11 gefallen. Dank abnehmender politischer Risiken und attraktiverer Bewertung wird sich der Euro STOXX 50 2019 auf 3.300 Punkte erholen.

Januar 2019 



Börsenabschwung kostet Deutsche 100 Milliarden Euro


DAX Jahresergebnis erstmals seit 2011 deutlich NEGATIV (ca. MINUS 18%)!

Wir hatten Sie seit März 2018 regelmäßig gewarnt.


Noch ist das Jahr nicht ganz um, aber die Volkswirte der Fondsgesellschaft Allianz Global Investors (AGI) haben schon einmal überschlagen, wie sich das Geldvermögen der Deutschen 2018 entwickelt hat. Das Ergebnis ist ernüchternd: um gerade einmal zwei Prozent konnten die Deutschen ihre Barmittel in diesem Jahr steigern, auf 6,01 Billionen Euro. Das ist das schwächste Wachstum seit dem Jahr 2011, wie AGI-Volkswirt Arne Holzhausen schreibt.


Allein die schwache Entwicklung am deutschen Aktienmarkt schlägt ins Kontor: obwohl die Deutschen nicht gerade ein Volk von Aktionären sind, hat der kräftige Rücksetzer an der Börse ihr Geldvermögen um 100 Milliarden Euro oder 2 Prozent schrumpfen lassen. Allein der Leitindex Dax hat in diesem Jahr um 20 Prozent nachgegeben, was einem Rückgang des Börsenwerts aller 30 in ihm enthaltenen Unternehmen von rund 275 Milliarden Euro entsprach.


Dass es am Ende doch noch für ein positives Wachstum reichte, liegt vor allem daran, dass die Deutschen insgesamt im Jahr 2018 ausgesprochen viel Geld zurückgelegt haben, nämlich mehr als jeden zehnten eingenommenen Euro. Mit 10,3 Prozent liegt die Sparquote nach Angaben der AGI so hoch wie zuletzt vor zehn Jahren.


Die Summe, welche die Deutschen im ablaufenden Jahr frisch angelegt haben, schätzt Holzhausen auf 250 Milliarden Euro. Dahinter stehe vor allem die robuste Entwicklung der Beschäftigtenzahlen und der Einkommen. Aber auch die zunehmende politische Unsicherheit nennt Holzhausen als Grund dafür, dass die Deutschen mehr Geld für schlechte Zeiten zurücklegen. 


DAX : ERSTMALS SEIT DEZEMBER 2016 UNTER 11.000 PUNKTEN

 

Nach dem Unterschreiten der zyklischen Tiefs bei 11.051/11.009 Punkten kannte das Aktienbarometer kein Halten mehr und schloss zum Handelsende sogar die aus dem Dezember 2016 stammende Kurslücke. Das ist ein wichtiges Stichwort, denn bei den deutschen Standardwerten stehen inzwischen drei Abwärtsgaps in Folge zu Buche. Eine solche Häufung von Kurslücken gab es beim DAX erstmals während der Atomkatastrophe von Fukushima. Letztlich signalisiert dieses Verhaltensmuster einen hohen Grad an Unsicherheit bzw. einen von der Psychologie dominierten Markt. In dieser Gemengelage definieren die alten Hochs vom August bis November 2016 bei rund 10.800 Punkten eine wichtige Haltezone. Fällt auch diese Bastion droht das Aktienbarometer möglicherweise das kalkulatorische Kursziel von rund 10.000 Punkten (unmittelbar) auszuschöpfen. Stabilisiert sich der DAX bei 10.800 könnte ein kleiner Jahresendspurt beginnen....aber nur dann. 


 Dezember  


 

Hedgefonds-Guru sieht schwarz für den Aktienmarkt

 


Das von Starinvestor Ray Dalio gegründete Unternehmen Bridgewater Associates ist die weltgrößte Hedgefondsgesellschaft und verwaltet insgesamt rund 160 Milliarden Dollar für mehr als 350 institutionelle Anleger in verschiedenen Anlagevehikeln.

Ray Dalio, lange Zeit bekannt für seine Erwartung steigender Aktienkurse, sieht nun schwarz für den Aktienmarkt. "Wir haben sehr viel aus den Märkten gequetscht", sagte Dalio bei einer Diskussionsveranstaltung mit Bloomberg. "Wir werden niedrige Renditen für eine sehr, sehr lange Zeit haben", so Dalio. 


Die Niedrigzinsen und die Liquiditätsflut, die die Vermögenspreise auf "sehr hohe Niveaus" getrieben hätten, seien weitgehend am Ende.


Die Welt sei alles in allem "gehebelt long" positioniert, so Dalio. "Eine der größten Quellen für die Rendite von Vermögenswerten war, dass die Zinsen niedrig waren im Vergleich zur Aktienperformance." Deshalb habe es eine Flut an Übernahmen und Fusionen gegeben, was zusammen mit Steuererleichterungen die Vermögenswerte immer weiter nach oben getrieben habe.

Bereits seit längerer Zeit vertritt Dalio die These, dass die Erholung seit der Finanzkrise von 2008 nur vorübergehender Natur war. Denn die Erholung wurde vor allem durch eine dramatische Schuldenausweitung und künstlich gesenkte Zinsen erkauft.


Dalio sieht historische Parallelen zwischen der Weltwirtschaftskrise im Jahr 1929 und der Finanzkrise des Jahres 2008. Auch am Ende der "goldenen Zwanziger" hatte eine schuldengetriebene Expansion die Aktienmärkte auf immer neue Hochs getrieben, bevor die Blase platzte. Nach einigem Zögern wurden auch damals die Zinsen auf null gesenkt, was vorübergehend zu einer Erholung an den Aktienmärkten führte.

Die aktuelle Situation entspreche der am Ende der 30er-Jahre und insbesondere der Situation im Jahr 1937, so Dalio. Der kurzfristige Schuldenzyklus sei heute wie damals in den letzten Zügen. Im Jahr 1937 erreichte der S&P 500 ein Hoch, das in der Folge für viele Jahre nicht mehr überschritten wurde.


Nicht nur in Bezug auf die Finanzmärkte, sondern auch in Bezug auf die politische Situation sieht Dalio Parallelen zur damaligen Zeit. So gebe es auch jetzt wieder, wie damals, eine immer größere Schere zwischen arm und reich, ausgelöst durch die ultralockere Geldpolitik der Notenbanken. Durch den Aufkauf von Vermögenswerten durch die Notenbanken seien die Vermögenspreise stark gestiegen, während sich die wirtschaftliche Situation normaler Arbeitnehmer kaum gebessert habe. Dies habe damals wie heute auch den Populismus in der Politik befördert, so Dalio. Der heutige Aufstieg Chinas habe Parallelen zum Erstarken Deutschlands und Japans in 30er Jahren, so Dalio.

November 2018



AUSVERKAUF ?! 


Im Zuge der Kurskorrekturen rutschen immer mehr der international führenden Aktienindizes in die Verlustzone. Manche Barometer wie der chinesische Shanghai Composite oder der südkoreanische Kospi befinden sich schon in einem Bärenmarkt. Selbst bei den US-Leitindizes, die bis September ein Hoch nach dem anderen markierten, sind die diesjährigen Kurgewinne inzwischen aufgezehrt. Gerade bei US-Aktien war die Korrektur angesichts der hohen Bewertung längst überfällig. Schließlich befinden sich die USA seit Dezember 2015 in einer Phase steigender Leitzinsen. Außerdem hat die Fed bereits im Oktober 2017 damit begonnen, ihren Wertpapierbestand abzuschmelzen. Dass die Wall Street dem geldpolitischen Gegenwind so lange trotzten, lag wohl auch an den Steuerentlastungen, die zu einer Niveauanpassung bei den Unternehmensgewinnen geführt haben. Dabei haben die Marktteilnehmer allerdings zu viel Positives vorweggenommen. Trotz höherer Nettoergebnisse blieben die Bewertungen deutlich oberhalb des langfristigen Normalbandes. 

Im Zuge der jüngsten Korrektur hat sich die akute Überhitzung zwar abgebaut. Wirklich günstig sind US-Titel aber noch nicht. Deutlich besser stellt sich die Bewertungssituation beim DAX dar, der inzwischen auf Basis der gängigsten Kennziffern ein faires Niveau erreicht hat. Für einen tragfähigen Kursboden reicht dies vermutlich aber noch nicht aus. In der Vergangenheit endeten ausgeprägte Korrekturbewegungen erst dann, wenn sich auch eine Bodenbildung bei konjunkturellen Frühindikatoren wie ifoGeschäftsklima- oder ZEW-Index abzeichnete. Diese ist angesichts des noch vergleichsweise hohen Niveaus dieser Indikatoren bislang nicht der Fall. Neben den fundamentalen Aspekten spielen auch marktpsychologische Faktoren eine wichtige Rolle, gerade wenn es ums Timing geht. Ein markantes Tief an den Aktienmärkten geht meist mit ausgeprägtem Pessimismus unter den Anlegern und einem Ausverkauf einher. Erste Anzeichen hierfür sind bereits zu erkennen. Angstbarometer wie die implizite Aktienvolatilität sind aber noch ein ganzes Stück von den letzten Spitzenwerten entfernt. Die Marktteilnehmer scheinen derzeit also noch deutlich gelassener als während der ersten Korrekturwelle zu Jahresbeginn zu sein. Vermutlich muss es erst noch schlechter werden, bevor es wieder besser werden kann. Wie viel schlechter? Ein Vergleich mit dem Kurstief vom Februar 2016, dem Ende des damaligen Bärenmarktes, bietet eine gute Orientierungshilfe. Würde der DAX so bewertet wie damals, entspräche dies einem Indexstand von rund 10.500 Punkten. Auch wenn die Notierungen kurzfristig also noch etwas nachgeben dürften, wird das Chance-Risiko-Verhältnis für deutsche Aktien allmählich interessant.

 

November 2018


 

US-Leitindizes in dünner Höhenluft


Die Stimmung der US-Verbraucher hat zuletzt den höchsten Wert seit 18 Jahren erreicht. Im Sinne der Kontraindikation mahnt aber genau dies mit Blick auf Aktien zur Vorsicht. Was soll jetzt noch besser werden? 

Ähnlich optimistisch wie derzeit waren die US-Verbraucher nur zweimal: Ende 1968 und Anfang 2000. 

Beide Male gab der S&P 500 in der Folgezeit deutlich nach. Vom Hoch im November 1968 bis zum Tief im Mai 1970 verlor der Index 36 %. Noch gravierender waren die Verluste vom März 2000 bis zum Oktober 2002. Damals büßte der S&P 500 fast 50 % ein. S&P 500 bislang mit untypischem Jahresverlauf Stimmungshoch als Kontraindikation? 
Sicherlich ist die Situation von damals nicht ohne weiteres mit der heutigen zu vergleichen. So sind US-Aktien noch weit entfernt von den 2000er Bewertungsniveaus. Das KGV des S&P 500 auf Basis von Gewinnschätzungen betrug seinerzeit gut 25, heute sind es rund 17. 
Dennoch sind US Aktien inzwischen teuer. Auf Basis der wichtigsten Kennziffern liegt die Bewertung klar oberhalb des langfristigen Normalbandes.
Für eine Phase steigender Leitzinsen ist dies ausgesprochen ungewöhnlich. 
In vergangenen Zyklen ging das Kurs-Gewinn-Verhältnis im Durchschnitt auf das Jahr umgerechnet um 10 % zurück, so dass der S&P 500 in Zinserhöhungsphasen im Vergleich zu den Unternehmensgewinnen nur unterdurchschnittlich zulegen konnte. 

Es gibt keine wirklich stichhaltigen Gründe, dass es diesmal anders sein sollte. Schließlich hat die US-Notenbank zuletzt die Fortsetzung ihres Zinserhöhungskurses bestätigt. 

Für US-Aktien wird die Luft somit zunehmend dünner.

Oktober 2018

 


Bärenmarkt: Goldman Sachs warnt Kunden

 


Ein von Goldman Sachs entwickelter Crashindikator steht inzwischen höher als vor der Finanzkrise und vor dem Platzen der Internetblase.


Aktuell liegt dieser Indikator, der die Wahrscheinlichkeit eines neuen Bärenmarktes anzeigt, bei 75 Prozent und damit höher als vor den letzten beiden Bärenmärkten an der Wall Street!

Die US-Bank prüfte zur Entwicklung des Indikators mehr als 40 verschiedene Einzelvariablen darauf, ob sie eine Antwort auf die Frage liefern können, wann Bullenmärkte in Bärenmärkte übergehen und umgekehrt. 

In die Berechnung des Bull/Bear Market Risk Indicators fließen die folgenden fünf Einzelfaktoren ein: Bewertung (Shiller-KGV), Arbeitslosenquote, ISM-Einkaufsmanagerindex, Zinsstrukturkurve und Kerninflation.

Aktuell liegen vor allem das Shiller-KGV und die Arbeitslosenquote auf Extremwerten, die einen Crash wahrscheinlich machen: Die Bewertung ist extrem hoch und die Arbeitslosenquote extrem niedrig (und wird deshalb perspektivisch mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder steigen).

Das Shiller-KGV liegt derzeit so hoch wie zuvor nur vor der Weltwirtschaftskrise 1929 sowie vor dem Platzen der Internetblase im Jahr 2000. Zur Berechnung des Shiller-KGVs wird der aktuelle Kurs der im S&P 500 enthaltenen Aktien durch die im 10-Jahres-Durchschnitt erzielten, inflationsbereinigten Gewinne je Aktie dividiert. Die Geschichte zeigt, dass dabei der folgende Zusammenhang gilt: Je höher das Shiller-KGV, desto schlechter die im nachfolgenden 10-Jahres-Zeitraum erzielte Rendite am US-Aktienmarkt. 

Die US-Arbeitslosenquote befindet sich mit 3,9 Prozent wohl in der Nähe eines zyklischen Tiefs und dürfte perspektivisch wieder steigen. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass dieser Anstieg dann mit einer Rezession einhergeht.

 Der ISM-Einkaufsmanagerindex für die US-Industrie liegt aktuell hoch und zeigt damit ebenfalls einen möglichen Wendepunkt an, während sich die Zinsstrukturkurve abflacht, was ein steigendes Rezessionsrisiko andeutet. Von den fünf in den Bull/Bear Market Risk Indicator einfließenden Faktoren liegt aktuell nur die Kerninflation in einem moderaten Bereich.


Die folgenden Angaben zeigen 
der Stand der jeweiligen Einzelindikatoren aktuell im Vergleich zur Zeitperiode seit 1948 : Das Shiller-KGV liegt aktuell z.B. höher als zu 95 Prozent aller Zeitperioden seit 1948 und die Arbeitslosenquote niedriger als zu 90 Prozent aller Zeitperioden.

Der Bull/Bear Market Risk Indicator von Goldman Sachs liefert aktuell ein "rot aufblitzendes" Warnsignal, wie die Analysten in einer Mitteilung an ihre Kunden schreiben. Der Indikator zeigt aktuell eine Bärenmarktwahrscheinlichkeit von 75 Prozent an und befindet sich damit auf dem höchsten Stand seit mehreren Jahrzehnten und liegt auch höher als vor dem Platzen der Internetblase im Jahr 2000 und vor der Finanzkrise 2008!

 Was bedeutet der hohe Indikatorstand nun konkret für den US-Aktienmarkt? 

Goldman Sachs sieht im Prinzip zwei Möglichkeiten, die Anlegern beide nicht besonders gut gefallen dürften:


  • Möglichkeit 1: Ein neuer Bärenmarkt mit erheblichen Kursverlusten. Goldman Sachs spricht in diesem Zusammenhang von einem "katharischen Bärenmarkt" quer über die Finanzmärkte hinweg. "Dies war das typische Muster, wenn dieser Indikator in der Vergangenheit so hohe Niveaus erreicht hat. Dies würde höchstwahrscheinlich durch steigende Zinssätze (und höhere Inflation) ausgelöst werden, durch die Umkehrung des gemeinsamen Faktors, der die Bewertungen und Renditen von Finanzanlagen in den letzten Jahren angeheizt hat, oder eines stärker als erwarteten Wachstumsrückgangs. Ein solcher Bärenmarkt könnte die Bewertungen dann auf einem Niveau "neu begründen", auf dem ein neuer starker Erholungszyklus entstehen kann."
  • Möglichkeit 2: Eine längere Seitwärtsphase, die unter dem Strich dazu führt, dass Anleger wenig bis nichts verdienen. Goldman Sachs schreibt: "Eine lange Periode mit relativ niedrigen Renditen bei Finanzanlagen. Dies würde eine Periode niedriger Renditen ohne einen klaren Trend auf dem Markt bedeuten."

Goldman Sachs September 2018



Die Deutschen gehen lieber zum Zahnarzt als sich um Ihre Geldanlage zu kümmern

Die mangelnde Beschäftigung mit dem Thema Geld führt dazu, dass die Deutschen zu wenig, falsch oder mit ungeeigneten Instrumenten ihre Sparziele verfolgen. Immerhin 90 Prozent der Befragten halten es für immer wichtiger, sich selbst um die Altersvorsorge zu kümmern. Knapp die Hälfte von ihnen behauptete, sich einmal im Monat oder häufiger mit dem Thema Sparen und Geldanlage zu befassen. Wichtigster Grund, warum die Deutschen sich nicht mehr mit ihrem Geld beschäftigten: „Es macht mir keinen Spaß“, gaben 43 Prozent der Befragten zu. Weitere Gründe: „Ich habe in Finanzinstitute kein Vertrauen“ (40 Prozent), „ich bin stark verunsichert, was ich tun soll“ (37 Prozent), und „ich verstehe nicht die Infomaterialien der Finanzinstitute“, sagten ebenfalls 37 Prozent. 

Immerhin sehen sich die Deutschen nach dieser Umfrage selbst in der Pflicht, sich zu informieren. 87 Prozent der Befragten gaben an, jeder sei selbst für unzureichendes Finanzwissen verantwortlich. Diese Meinung vertraten 89 Prozent der Männer und 85 Prozent der Frauen. 59 Prozent sahen die Ursache in der Tatsache, dass man in Deutschland über Geld nicht gern spricht. (Meinungsforschungsinstitut Forsa). 



Bundesbank-Präsident Weidmann:


"Das Vermögen der Sparer schmilzt und den Unmut der Sparer über die Niedrigzinsen kann ich gut verstehen.

Die Zinsen sind seit Jahren niedrig. Das bekommen die privaten Sparer zu spüren. Ihre Vermögen werden geringer. Demnach sinkt die reale Rendite, die ein durchschnittlicher Haushalt mit seinem Depot erzielt, unter Null. Das Finanzvermögen der Bevölkerung werde also jeden Tag weniger" (dpa/FAZ- August 2018). 




Fassen Sie gute Vorsätze für Ihr Geld

 

Die Deutschen sind bekanntlich fleißige Sparer. Die Sparrate schwankt seit Jahren um die zehn Prozent. Das heißt, jeder zehnte verdiente Euro wird zur Seite gelegt. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Kein anderes Volk unter den Industrieländern legt sein Geld unproduktiver an. Denn das Ersparte liegt auf niedrigst oder gar nicht mehr verzinsten Konten rum - Rendite Fehlanzeige. Deshalb ist es Zeit für gute Vorsätze. Die sollten nämlich nicht das wöchentliche Sportprogramm, die gesunde Ernährung oder das Familienleben betreffen, sondern eben auch die Geldanlage.

Vorsatz Nummer eins: Lassen Sie Ihr Geld arbeiten! Das Ersparte sollte nicht einfach "rumliegen", es soll sich vermehren - zumindest die Chance dazu haben. Zinsanlagen sind da definitiv der falsche Weg. Zumindest ein Teil des Geldes - je nach Risikoneigung und Anlageziel eben mehr oder weniger - sollte beispielsweise in Aktien investiert werden. Viele Papiere bieten deutlich höhere (Dividenden-)Renditen als Anleihen. Natürlich können Aktien im Kurs schwanken, aber langfristig sind sie die renditestärkste Anlageklasse. Das hat übrigens höchst amtlich auch die Bundesbank bestätigt.

Womit wir bei Vorsatz Nummer zwei wären: Legen Sie langfristig an! Aktieninvestments sind nichts für einen kurzen Atem. Wer sein Geld in ein, zwei oder drei Jahren braucht, sollte es nicht an der Börse investieren. Aktienanleger brauchen Zeit. Zeit, um auch Kursschwankungen auszusitzen. Aktien sollten deshalb mindestens fünf, besser sogar zehn und mehr Jahre gehalten werden, nur dann stimmt die Rendite.

Auch das allerdings nur, wenn Vorsatz Nummer drei beherzigt wird. Der lautet: Sie bleiben Ihrer Strategie treu! Die meisten Strategien gehen nur dann auf, wenn man auch in schwierigen Phasen nicht von ihnen abweicht. Wer ständig die Anlageklassen wechselt, verliert in der Regel Geld. Auf jeden Fall kostet es, schließlich heißt eine alte Börsenweisheit: Hin und Her macht Taschen leer! Wer also bei Turbulenzen die Nerven verliert, sollte die Finger von Aktien lassen. Für alle anderen gilt: Lassen Sie Ihr Geld arbeiten.

2018 - ganzjährig



Aktien: Trügerische Sicherheit

 

Es ist beachtlich, wie gelassen Anleger augenscheinlich mit so wichtigen Themen wie dem Handelskonflikt mit den USA umgehen.

Die implizite Aktienvolatilität für die führenden Indices habe fast schon wieder den unteren Rand der historischen Spanne erreicht. Offensichtlich vertrete das Gros der Investoren den Standpunkt: "Nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird!" Es wäre nicht das erste Mal, dass die Marktteilnehmer ihre Einschätzung revidieren müssten. Ein Beispiel hierfür seien die Kursreaktionen zu Jahresbeginn bei Aktien und Renten auf die US-Geldpolitik.

Nachdem die Leitzinserhöhungen lange Zeit weitgehend ignoriert worden seien, habe sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass die FED tatsächlich ernst mache. Die Renditen bei Staatsanleihen dies- und jenseits des Atlantiks seien deutlich angestiegen und bei Aktien habe die erste Korrekturwelle gerollt. Der bislang vollzogene Bewertungsabbau bei Dividendentiteln sei jedoch zu gering, um derzeit ein positives Chance/Risiko-Verhältnis konstatieren zu können. Gerade US-Blue Chips würden weiterhin klar oberhalb des fairen Bewertungsbereiches notieren. In einer Phase anziehender Leitzinsen - 2018 würden es in den USA aller Voraussicht nach insgesamt vier Zinsschritte sein - müsste das Kurs/Gewinn-Verhältnis sichtbar zurückgehen. Dass dieser Bremseffekt durch stärker als ohnehin schon erwartete Zuwächse der Unternehmensgewinne überkompensiert werde, sei angesichts einer weltweit nachlassenden Dynamik positiver Gewinnrevisionen nicht zu erwarten.

Zinserhöhungen seien für die EZB zwar bis weit ins nächste Jahr keine Option. Allerdings lasse auch hier durch die Beendigung des Anleihekaufprogramms im Dezember der geldpolitische Rückenwind nach. Von zyklischer Seite nehme indessen der Gegenwind zu. In der Eurozone sei gegenwärtig ein deutliches Übergewicht an negativen Konjunkturüberraschungen zu beobachten, worin überzogene Wachstumserwartungen zum Ausdruck kämen. Das ifo-Geschäftsklima und der ZEW-Index hätten schon mehrfach nachgegeben.

Für Aktien würden rückläufige Frühindikatoren erfahrungsgemäß nichts Gutes bedeuten. So habe der Mittelwert aus den ZEW-Teilindices Lage und Erwartung seit den neunziger Jahren sechsmal auf einem vergleichbaren Niveau einen Gipfel ausgebildet. Der DAX habe daraufhin sichtbar nachgegeben. Die Kursrückgänge seit Januar dieses Jahres entsprächen bislang dem Muster früherer Zyklen. Dabei seien auch kurze Zwischenerholungen nichts Ungewöhnliches. Die Korrektur dürfte sich demnach aber noch bis in den Herbst hinein fortsetzen. Unsere DAX-Prognose für das Dritte Quartal von 11.500 Punkten entspricht dem durchschnittlichen Korrekturverlauf der vergangenen sechs Zyklen, so die Analysten der Helaba.

Auf Basis fundamentaler Faktoren würden sich derzeit keine nachhaltig steigenden Notierungen ableiten lassen. Die gegenwärtige Zwischenerholung dürfte sich somit als Strohfeuer erweisen. Konjunktur- und Zinszyklus sowie das langjährige Saisonmuster würden dafür sprechen, dass es bei Aktien noch bis Herbst zu Kursrückgängen kommen könne. Anleger sollten sich daher weiterhin zurückhalten

Juni 


Weltgrößter Hedgefonds: "Wir sind für alles bärisch eingestellt!"

 


Das von Starinvestor Ray Dalio gegründete Unternehmen Bridgewater Associates ist die weltgrößte Hedgefongdsgesellschaft und verwaltet insgesamt rund 160 Milliarden Dollar für mehr als 350 institutionelle Anleger. 

Nachdem Bridgewater Associates in den vergangenen Jahren meist bullisch für die Entwicklung der Aktien- und Anleihemärkte eingestellt war, hat sich die Einschätzung zuletzt deutlich eingetrübt:
"Wir sind in Bezug auf finanzielle Vermögenswerte bärisch, weil sich die US-Wirtschaft in Richtung des späten Zyklus bewegt, Liquidität abgebaut wurde und die Märkte trotz des sich wandelnden Umfelds eine Fortsetzung der jüngsten Bedingungen eingepreist haben", schreibt Bridgewater Associates in einer der jüngsten Ausgaben seiner "Daily Obervations".
Nach Einschätzung von Bridgewater Associates dürfte die US-Notenbank dem Markt weiter Liquidität entziehen, indem sie ihre Bilanzsumme reduziert und an ihrem Zinserhöhungskurs festhält – obwohl sich die US-Wirtschaft in Richtung eines wirtschaftlichen Abschwungs entwickelt und sich die Bedingungen deutlich eintrüben dürften. Im kommenden Jahr könnte noch hinzukommen, dass der auch der Stimulus durch die Steuersenkungen unter Trump nachlassen dürfte:
"2019 zeichnet sich als ein gefährliches Jahr ab, da der fiskalpolitische Impuls nachlässt, während die Auswirkungen der Straffung der Fed ihren Höhepunkt erreichen werden", schreibt Bridgewater Associates.

Doch die Märkte scheinen das Zusammenwirken zahlreicher negativer Faktoren bisher zu ignorieren. So ist nach Einschätzung von Bridgewater Associates bislang weder die Gefahr einer zu stark steigenden Inflation eingepreist, noch das Risiko einer Deflation, für die es im nächsten Abschwung eine "hohe Wahrscheinlichkeit" geben dürfte. "Wir bezweifeln, dass dieses Bild der Ruhe, das an den Märkten eingepreist ist, sich tatsächlich bewahrheiten wird", schreibt Bridgewater Associates.

 Juni 2018 -Bridgewater Associates-Daily Obervations


Fast 1.200% Kursgewinn - DAX Entwicklung der letzten 30 Jahre 

 

Vor 30 Jahren, im Sommer 1988, wurde der Deutsche Aktienindex ins Leben gerufen und rückwirkend zum 31. Dezember 1987 auf 1.000 Punkte normiert. 

Fast 1.200% Kursgewinn. Das hört sich nicht nur beeindruckend an, das ist es auch. Dabei reden wir hier keineswegs von Bitcoin oder hoch spekulativen Optionsscheinen, sondern vom Deutschen Aktienindex, der diese Entwicklung in den ersten 30 Jahren seiner Geschichte aufs Börsenparkett gelegt hat (Stand 31.12.2017). Umgerechnet entspricht die Preisentwicklung des DAX einer jährlichen Rendite von durchschnittlich über 9%. Dies bedeutet, dass sich das angelegte Vermögen im Mittel alle acht Jahre verdoppelt hat.

Konstruktion und Zusammensetzung

Erwirtschaftet wurden die besagten Renditewerte von den jeweils 30 größten und umsatzstärksten deutschen Aktien. Diese machen, jeweils gewichtet mit der Marktkapitalisierung ihres Streubesitzes, die Zusammensetzung des DAX aus. Obwohl er nur aus 30 Blue Chips besteht, repräsentiert der DAX rund 80% der gesamten deutschen Marktkapitalisierung. Die höchste Gewichtung machen mit 8,9 bzw. 8,5% derzeit SAP und Siemens aus. 

Ein wesentlicher Treiber für die Wertzuwächse ergibt sich aus der Konstruktion als Performance-Index. Während andere bedeutende Aktienindizes meist nur die Kursentwicklung der in ihnen enthaltenen Titel widerspiegeln (Kurs- oder Preis-Index), wird bei der Berechnung des Deutschen Aktienindex unterstellt, dass Dividenden und andere Kapitalabflüsse (z.B. Bezugsrechte) unmittelbar wieder in die jeweilige Aktie reinvestiert werden. Über die Jahre machen diese Reinvestitionen mehr als die Hälfte der Gesamtperformance aus. Dies lässt sich am DAX-Kursindex ablesen, der aktuell bei 6.420 Punkten und damit noch nicht einmal halb so hoch wie der „große“ DAX notiert.

DAX  mit Höhen und Tiefen

Der Verlauf des Aktienmarktbarometers war von diversen Höhen und Tiefen geprägt. Mit dem Platzen der Dotcom-Blase und den Anschlägen am 11. September 2001 in den USA ging es mit dem deutschen Leitindex im Jahr 2002 beispielsweise um fast 44% nach unten. Ähnlich hoch waren die Verluste auch in der Finanzkrise 2008 (-40,4%). Andererseits gab es jedoch auch eine ganze Reihe von Jahren mit Zuwächsen von über 30% (1988, 1989, 1999, 2003) bzw. sogar 40% (1993, 1997). Langfristig – und das ist das Entscheidende – hat sich der Index von Rückschlägen immer wieder in überschaubarer Zeit erholt. So gibt es in der Historie des DAX nur ganz wenige 5-Jahrszeiträume mit einer negativen Performance. Ein eindrucksvolles Bild von seiner relativen Stabilität liefert das DAX-Rendite-Dreieck des Deutschen Aktieninstituts

Auch wenn Kursentwicklungen der Vergangenheit niemals auf die Zukunft fortgeschrieben werden können, spricht doch einiges dafür, dass sich die Erfolgsgeschichte des Deutschen Aktienindex auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten langfristig fortsetzen wird. Ob dies mit ähnlichen Wachstumsraten geschieht wie in der Vergangenheit, sei einmal dahingestellt. So gehen wir zumindest für die nähere Zukunft eher von durchschnittlichen Zuwächsen zwischen 5-6 % statt von 9% aus  Aber selbst dann stünde der DAX bei seinen 60. Geburtstag irgendwo zwischen 58.000 und 77.000 Punkten.   

Juni 2018


Morgan Stanley: Geldverdienen mit Aktien wird zunehmend schwerer

 

 

Der Bullen-Markt, der nach der großen Finanzkrise einsetzte, neigt sich wohl seinem Ende zu. Dieser Ansicht sind jedenfalls die Experten von Morgan Stanley.In den nächsten Jahren dürfte es laut den Analysten von Morgan Stanley deutlich schwerer fallen, mit Aktien Geld zu verdienen. Dies geht aus einem Bericht mit dem Titel "The End of Easy" hervor, den die US-Investmentbank an ihre Kunden verschickt hat. 

Darin heißt es, dass im Jahr 2018 mehrere Rückenwinde, die den Aktienmarkt in den letzten neun Jahren angetrieben hätten, abflauen. Nachdem die Aktienmärkte in den letzten neun Jahren schneller als die Realwirtschaft gewachsen sind, rechnen die Analysten damit, dass sich die Verhältnisse nun umkehren. Vor diesem Hintergrund reduzierte die US-Großbank auch ihre Einschätzung zum weltweiten Aktienmarkt auf "equal weight".

Doppelter Gegenwind

Zum einen stimmt das nachlassende Wirtschaftswachstum die Analysten von Morgan Stanley pessimistischer. So zog das BIP der USA im ersten Quartal nur noch um 2,3 Prozent an und damit deutlich langsamer als in den drei vorangegangenen Quartalen mit durchschnittlich 3,0 Prozent. Angesichts dieser Entwicklung glauben viele Marktbeobachter, dass sich die Wirtschaft in der Endphase des gegenwärtigen Zyklus' befindet.

Als weiteren Risikofaktor für die Aktienmärkte haben die Experten von Morgan Stanley die straffere Geldpolitik ausgemacht. Die US-Notenbank ist gegenwärtig dabei, sowohl die Leitzinsen zu erhöhen als auch ihre Bilanzsumme zu verringern. Dabei hatten die Niedrigzinsen und das Anleihekaufprogramm der Fed in den letzten Jahren einen wesentlichen Beitrag zur Rally am Aktienmarkt geleistet.

Diese zyklischen und strukturellen Gegenwinde verpassen dem Aktienmarkt einen doppelten Schlag, so die Morgan Stanley-Analysten. Denn steigende Leitzinsen und eine Änderung im Konjunkturzyklus würden das Risiko erhöhen, dass die Gewinne aus Aktieninvestitionen kleiner werden.

Mai 2018

Millennials im Nachteil

Seit der Finanzkrise sind die weltweiten Vermögen um 27 Prozent gewachsen. Doch die junge Generation profitiert davon kaum, zeigt eine Studie der schweizerischen Großbank Credit Suisse.


Zehn Jahre nach dem Ausbruch der Finanzkrise hat das globale Vermögen um 27 Prozent zugenommen. Insgesamt lag es im vergangenen Jahr bei schwindelerregenden 280 Billionen US-Dollar. Doch der Zuwachs ist ungleich verteilt. Besonders eine Gruppe droht dabei ins Hintertreffen zu geraten: die Millennials.

Wer nach dem Jahr 1980 geboren wurde, den sieht die Studie beim Vermögensaufbau im Nachteil. In vielen Ländern bekamen die Jungen die Finanzkrise besonders stark zu spüren. Das Studium wird häufig auf Pump finanziert, ein eigenes Haus lässt sich wegen der hohen Preise kaum noch bezahlen, das Einkommen stagniert. Dazu kommt die Aussicht, wegen des demografischen Wandels im Alter nur noch magere Renten zu erhalten. Zugleich will die Rente für die Babyboomer-Generation finanziert werden. Die Millennials seien "die erste Generation, der es beim Vermögensaufbau schlechter gehen könnte als ihren Eltern", fürchtet Ökonom Shorrocks.

Insgesamt legten die globalen Vermögen angesichts steigender Aktienmärkte vergangenes Jahr um 6,4 Prozent zu. Den größten Vermögenszuwachs verzeichnen dabei die USA. Dort wurden 2016 rund 8,5 Billionen Dollar an Vermögen aufgebaut, rechnet die Großbank vor - das entspricht der Hälfte des gesamten Vermögenszuwachses. Aus den Vereinigten Staaten kommen inzwischen mehr als 15 000 Millionäre. Zum Vergleich: In Deutschland sind es dagegen weniger als 2 000.

Bei den Milliardären hat sich die Rangliste allerdings verschoben, haben die UBS und der Berater PWC errechnet. Ihr Gesamtvermögen liegt weltweit bei sechs Billionen Dollar und legte damit 2016 um satte 17 Prozent zu. Erstmals gab es mehr Superreiche in Asien als in den USA, in Deutschland fiel die Zahl leicht um vier Prozent auf 117 Milliardäre. Bei ihren Anlagen spielten illiquide Vermögensbausteine wie Immobilien, Private Equity oder Hedgefonds eine sehr große Rolle, meint Maximilian Kunkel, UBS-Chefanlagestratege für Deutschland.

Anders mit Blick auf die Millionäre: Mit einem Vermögenswachstum von 6,4 Prozent liegt Europa im weltweiten Durchschnitt. Vor allem in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien steigen die Vermögen. Doch es gibt einen Ausreißer: In Großbritannien verzeichnete das Vermögen pro Erwachsenem auf Dollar-Basis ein Minus von einem Prozent. Die Erklärung: Das britische Pfund hatte angesichts des EU-Austritts nachgegeben. Dieser Trend dürfte sich fortsetzen, glaubt die Credit Suisse. Ihr Fazit für Großbritannien fällt wenig überraschend aus: "Der Ausblick ist ungewiss."

Schweizer bleiben Spitzenreiter

Spitzenreiter beim Vermögen pro Erwachsenem bleiben die Schweizer: Im Durchschnitt haben sie rund 500 000 US-Dollar auf der hohen Kante. Doch die Zahl trügt, denn die Vermögen sind ungleich verteilt. Zwei Drittel der Erwachsenen verfügen über ein Vermögen von mehr als 100 000 US-Dollar, und fast neun Prozent der Schweizer sind sogar Dollar-Millionäre. Das Vermögen wächst zwar insgesamt, doch an der ungleichen Verteilung hat sich kaum etwas geändert.

Weltweit hat sich die Vermögensungleichheit sogar erhöht, so die Studie. Dazu habe vor allem die Rally an den Aktienmärkten beigetragen, von der die Vermögenden überproportional profitierten. Die Hälfte aller Erwachsenen besitzt demnach zusammengenommen weniger als ein Prozent des globalen Vermögens. Umgekehrt halten die reichsten zehn Prozent aller Erwachsenen zusammengenommen rund 88 Prozent aller globalen Anlagen. Solche Zahlen geben zu denken. Am Ungleichgewicht dürfte sich wenig ändern, vermutet Ökonom Shorrocks. Die Veränderungen erfolgten so langsam, "als schaue man Farbe beim Trocknen zu".

Insgesamt dürfte das Vermögen weltweit aber auch in Zukunft wachsen, so die Studie. Die Macher schätzen, dass das globale Vermögen 2022 bei rund 340 Billionen US-Dollar liegen wird. Damit dürfte das Wachstum allerdings deutlich geringer ausfallen als vor der Finanzkrise. Die Credit Suisse erwartet, dass vor allem die Schwellenländer ihren Anteil ausbauen. Zuletzt entfielen auf sie rund 19 Prozent des globalen Vermögens, bis 2022 dürften es 22 Prozent sein, so die Studie.  

März 2018


Achtung Anlagebetrüger

 

Jahr für Jahr werden Anleger in Deutschland um Millionenbeträge „erleichtert“. Das Bundeskriminalamt schätzt, dass jährlich bis zu 2,5 Milliarden Euro im sogenannten „Grauen Kapitalmarkt“ durch Anlagebetrug versickern - Tendenz steigend.

Woran erkennt man aber ein unseriöses Angebot? Hier einige Tipps, wie Anleger ihr Geld vor Betrügern schützen können.  

Vorsicht bei „zweistelligen Renditen ohne Risiko“

Locken die Anbieter mit traumhaften Gewinnversprechen, sollten sämtliche Alarmglocken schrillen. Renditen von mehr als zehn Prozent sind nur mit hochriskanten Anlageformen zu erreichen, bei denen auch der Totalverlust droht. Als Vergleichsmaßstab kann der aktuelle Zinssatz einer zehnjährigen Bundesanleihe herangezogen werden, der bei jeder Bank erfragt werden kann. Gegenangebote erleichtern den Vergleich.

Besondere Vorsicht gilt bei ungebetenen Telefonanrufen. Telefonwerbung ist in Deutschland verboten, sofern noch keine Geschäftsbeziehung zu dem Angerufenen besteht.

Erst Vergleichszeiträume von fünf bis zehn Jahre sind aussagekräftig

Anfängliche Erträge beweisen nicht zwingend die Seriosität der Anlage. Oft sollen Anleger lediglich verleitet werden, noch mehr Geld zu investieren. Aussagekräftig sind erst Vergleichszeiträume von fünf bis zehn Jahren.

Versucht der Vermittler, den potentiellen Anleger unter Zeitdruck zu setzen, heißt es besser Finger weg. Dadurch soll dem Neukunden die Chance genommen werden, das Angebot sorgfältig zu prüfen.

Seriösität des Anbieters ist entscheidend

Vor der Unterschrift sollte die Seriösität des Anbieters geprüft werden. Dabei warnen Experten davor, sich auf das Urteil von Verwandten oder Bekannten zu verlassen, die selbst „eingestiegen“ sind. Misstrauen ist bei unbekannten Firmen angesagt, über die keine sicheren Informationen erhältlich sind. Auch die Einschaltung eines Treuhänders oder Notars garantiert noch nicht die Seriosität des Anlageangebotes.

Die Polizei rät außerdem, sich den Ausweis des Vermittlers zeigen zu lassen und die Daten zu notieren.

Bei Firmensitzen im Ausland steckt oft nur ein Briefkasten dahinter. Auch sind Anlagebetrüger gerade in exotischen Ländern nur schwer zu ermitteln und gerichtliche Auseinandersetzungen meist aussichtslos, sagen Juristen.

Weitere Informationen zu dem Thema gibt es im Internet unter den Adressen: www.anlageschutz.de; ; www.polizei.propk.de/vorbeugung/betrug/anlage 

2018 - ganzjährig


ALTERSVORSORGE - Wenn die Rente nicht reicht

 

Heute sorgen sich viele Deutsche um ihr finanzielles Auskommen im Alter. So meint immerhin ein gutes Drittel der Deutschen, im Ruhestand etwas dazuverdienen zu müssen, um über die Runden zu kommen. Das ergibt eine repräsentative Umfrage der Marktforscher von Kantar Emnid unter mehr als 2 000 Bürgern. Ein Viertel glaubt sogar, staatliche Unterstützung zu brauchen. Knapp zwei Drittel erwarten, finanziell abgesichert zu sein.

Trotz dieser Sorgen spart ein gewichtiger Teil der Deutschen nicht fürs Alter, wie die Umfrage ergibt. Nahezu jeder Dritte legt nichts für später auf die hohe Kante. Fast jeder Zweite meint, kein Geld übrig zu haben. Ein Drittel will sein Geld lieber ausgeben. Ein Fünftel nennt Angst vor Verlusten als Hinderungsgrund, und 15 Prozent ist das Thema zu kompliziert.

Und auch diejenigen, die sparen, werden, werden kritisiert:  Zu viel Geld liegt nahezu unverzinst auf Konten und Sparbüchern, so die Kritik. Die Deutsche Bundesbank errechnet regelmäßig, dass dort knapp vierzig Prozent des Finanzvermögens der Deutschen von knapp sechs Billionen Euro ruhen. Ein Fünftel des Vermögens steckt demnach in Wertpapieren.

Der Umfrage zufolge legt eine Mehrheit der Sparer zwar zwischen 50 und 300 Euro im Monat fürs Alter zurück. Aber nur zwölf Prozent kaufen Wertpapiere. Fast die Hälfte zahlt in eine private Rentenversicherung ein, ein Viertel legt das Geld auf ein Konto. Doch dort lässt sich kaum mehr ein Vermögen bilden, weil ohne Zins auch der langfristig Rendite steigernde Zinseszins fehlt. Rentenversicherungen sind beliebt, weil sie eine feste lebenslange Zahlung versprechen. Für langfristige Sparziele raten Finanzexperten aber zu Aktien oder Fonds, die jedoch vor allem kurzfristig erheblich im Wert schwanken können. Das muss ein Anleger aushalten können. 

April 2018


Sind die Zinsen auf Einlagen niedrig, setzen Anleger eher auf Aktien, weil diese höhere Renditechancen bieten.


In der breiten Masse der Bevölkerung ist diese Strategie allerdings noch immer nicht angekommen. 

Aktuell gibt es in Deutschland nur 10,3 Millionen Aktionäre und Aktienfondsbesitzer. Leider ist es ein verbreiteter Irrglaube, dass man nur mit sehr guten Wirtschaftskenntnissen in Aktien investieren kann. Doch wer vier einfache Grundregeln befolgt, kann auch ohne vertieftes Wissen Geld in Aktien anlegen::

1.    „Legen Sie Ihr Geld breit gestreut in Aktien unterschiedlicher Branchen an. Dies verringert spürbar das Risiko eines Totalverlustes, der bei einem Investment in eine einzelne Aktie nie ausgeschlossen werden kann.“

2.    „Investieren Sie langfristig. Je länger der Anlagehorizont ist, desto geringer ist die Gefahr, mit Aktien Verluste zu erleiden.“

3.    „Sparen Sie regelmäßig. Ein Sparplan auf Aktienfonds beispielsweise erlaubt dem Anleger, auch mit kleinen monatlichen Beträgen langfristig ein nennenswertes Aktienvermögen aufzubauen.“

4.    „Sparen Sie nicht nur in Aktien. Sie sollten für den täglichen Bedarf, den Urlaub und regelmäßig notwendige Anschaffungen wie Waschmaschine oder Kühlschrank genügend Geld auf dem Konto haben.“ 




Goldman Sachs: Diese Warnung hat es in sich!

 

Anleger müssen sich auf schmerzhafte Zeiten einstellen, meint die Investmentbank Goldman Sachs. Die Marktbewertungen sind so hoch wie seit dem Jahr 1900 nicht mehr. Aber kann es wirklich nur noch abwärts gehen?

Geht es nach der US-Investmentbank Goldman Sachs, dann stehen den Anlegern schmerzhafte Zeiten bevor. Nicht nur am Aktienmarkt, sondern auch am Anleihemarkt sind die Bewertungen nach Einschätzung der Experten extrem hoch, so dass mit einer scharfen Korrektur zu rechnen ist.

Für ihren aktuellen Research-Report haben sich die Goldman-Analysten nicht isoliert einen einzelnen Markt angesehen, sondern eine Kombination aus Aktien- und Anleihe-investments. Sowohl am Aktienmarkt (gemessen am sogenannten Shiller-PE) als auch am Anleihemarkt (gemessen an der Rendite der zehnjährigen Staatsanleihe und am Spread von Unternehmensanleihen zu Staatsanleihen) sind die Bewertungen im historischen Vergleich sehr hoch. Bildet man den Durchschnitt aus den Bewertungen am Aktien- und am Anleihemarkt, sind die Bewertungen sogar so hoch wie seit dem Jahr 1900 noch überhaupt nie. 

Wegen der hohen Bewertungen sehen die Goldman-Analysten nur zwei Szenarien für Anleger, und beide sind negativ.

Das erste Szenario umfasst mittelfristig niedrigere Renditen über alle Anlageklassen hinweg. Das zweite Szenario beinhaltet "schnellen Schmerz" und den Beginn eines neuen Bärenmarktes.

Besonders brisant: Fungierten Staatsanleihen bisher als "sicherer Hafen" im Falle eines Aktien-Bärenmarktes, dürfte diese Sicherheit in Zukunft nicht mehr existieren. Denn auch bei Anleihen sind die Bewertungen extrem hoch und damit die erwarteten Renditen extrem niedrig.

Die Analysten von Goldman Sachs haben auch analysiert, wie sich ein "ausgewogenes Portfolio", in dem sich zu 60 Prozent der US-Aktienindex S&P 500 und zu 40 Prozent US-Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren befinden, entwickelt hätte. Das Ergebnis: Seit 2009 befinden wir uns in dem zweitgrößten Bullenmarkt seit Beginn der Analyse im Jahr 1900 mit einer Länge von 8,7 Jahren und einer Rendite von 11 Prozent pro Jahr. 

Nur in den 1920er Jahren gab es in gemischten Aktien-/Anleiheportfolios eine noch höhere Performance: Hier konnten Anleger innerhalb von 9,1 Jahren ein Plus von 376 Prozent verbuchen. Der gigantische Bullenmarkt damals endete mit der Großen Depression. 

Im Basisszenario des "langsameren Schmerzes" erwarten die Goldman-Analysten allerdings keinen Bärenmarkt. Selbst wenn die Renditen in einem ausgewogenen Portfolio mittelfristig niedriger ausfallen dürften als im historischen Mittel, dürften sie nach Einschätzung der Analysten immer noch positiv sein. 

Februar 2018


Der jährliche Depotcheck ist hilfreich und notwendig

 

Anleger sollten sich ein paar Gedanken über ihre Geldanlage machen. Die gilt es nämlich zu überprüfen - am besten einmal jährlich - und gegebenenfalls anzupassen. Und der Grund muss nicht unbedingt sein, dass der Anleger in einer neuen Lebenssituation ist oder einfach nur neue finanzielle Ziele hat. Auch wenn eigentlich alles beim Alten geblieben ist, gilt es, sich um das Ersparte und Investierte zu kümmern.

In manchen Jahren, gerade wenn die Aktienbörsen eine Rally hingelegt haben oder einzelne Aktien große Gewinne verbucht haben, kann die Gewichtung im Depot stark verändert haben und der Aktienanteil auf einmal bei 60 oder 70 Prozent liegen. Mehr als in der Grundstrukturierung gewünscht und vorgesehen.

Das gilt es zu korrigieren. Das kann durch Verkäufe und Käufe passieren, aber auch durch Neuinvestitionen. Dann wird eben die schwächer gelaufene Anlageklasse gekauft, bis das gewünschte Verhältnis wieder hergestellt ist.

Mitunter ändern sich aber auch die Lebenssituationen. Etwa wenn Anleger eine Familie gegründet haben oder demnächst ein Immobilienkauf ansteht. 

Dann passt die Depotstrategie in der Regel nicht mehr zu den neuen Zielen, und wahrscheinlich verändert sich auch die Risikoneigung. 

Jetzt müssen Investoren erst recht ran an ihr Depotstruktur. Ein jährliches Depotcheck ist hilfreich und sinnvoll damit Ihre Ersparnisse in Ihrem Sinne auch zukünftig ertragreich arbeiten und das Risiko sich in Grenzen hält. 

Januar 2018


Fehler beim Sparen gilt es zu verhindern

 

Ungeduldig, unkonkret und unrealistisch - das beschreibt ziemlich genau das Verhalten vieler Sparer. Sie wollen schnell reich werden, setzen sich aber kein konkretes oder/und ein viel zu hohes Sparziel. Genau das sind die drei Fehler bei der Geldanlage, vor denen der Fondsverband BVI jetzt warnt. Zu Recht.

Millionär wird man nicht über Nacht und auch nicht innerhalb weniger Wochen oder Monate. Wer vom schnellen Reichtum träumt, läuft Gefahr, auf unseriöse Angebote hereinzufallen oder allzu riskante Wetten einzugehen. Ein Vermögen wird in der Regel über einen längeren Zeitraum aufgebaut. Deshalb gilt äußerste Vorsicht bei großen Versprechen. Vor allem, wenn es um Produkte oder Strategien geht, die man nicht versteht. Lieber Schritt für Schritt zum Vermögen. Es ist garantiert die bessere Strategie, früh mit dem Sparen anzufangen und es dann regelmäßig zu tun. Für den legendären Warren Buffett ist es übrigens einer der größten Fehler, sich das Sparen nicht frühzeitig anzugewöhnen. Anleger brauchen Geduld, dann kommt irgendwann auch der Erfolg.

Doch welcher Erfolg soll überhaupt erreicht werden? Viele Sparer haben da reichlich unkonkrete Vorstellungen. Auch das ist ein häufiger Fehler. Denn wer kein konkretes Ziel hat, der verliert sehr schnell die Disziplin. Vorsätze à la "mehr Sparen" sind zu schwammig. Ein bisschen konkreter darf es schon sein. Aber dazu müssen sich Sparer unweigerlich mit ihren Einnahmen und Ausgaben, der möglichen monatlichen Sparrate, ihrem Ziel und dem Zeitraum, in dem es erreicht werden soll, auseinandersetzen. Nur so merkt man, ob das Ziel überhaupt erreichbar ist. Und vermeidet Fehler Nummer drei: viel zu hohe Sparziele.

Unerreichbare Ziele überfordern den Menschen, und sie frustrieren. Wer sich zu ehrgeizige Sparziele setzt, schnürt sich finanziell die Luft ab und wird unweigerlich scheitern. Der BVI nennt folgende Faustregel: "Realistisch sind zwischen zehn und zwanzig Prozent des Haushaltsnettoeinkommens." Wenn man sich die Sparquote der Deutschen anschaut, die bei ungefähr zehn Prozent liegt, dann ist da noch Luft nach oben.

Januar 2018   

2017: Geldvermögen in Deutschland ist um 300 Milliarden. auf 6,1 Billionen Euro gestiegen

Nach vorläufigen Berechnungen dürften die Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland im Anlagejahr 2017 um rund 300 Mrd. Euro auf 6,1 Billionen Euro gestiegen sein. Mit 5,2 Prozent lag das Wachstum über dem von 2016 (+4,7 Prozent). Getragen wurde der Vermögenszuwachs erneut vom Sparfleiß der Bürger und Kursgewinnen an den Aktienmärkten. Die Verzinsung von Einlagen, Rentenpapieren und Versicherungen erreichte dagegen einen neuen Tiefpunkt.

Offenbar lassen sich die privaten Haushalte bei ihren Sparbemühungen nicht von den niedrigen Zinsen entmutigen und legen einen wachsenden Teil ihres Einkommens zur Seite. So stieg die Sparquote im vierten Jahr in Folge auf voraussichtlich 9,8 Prozent. Neben der Ersparnis bildeten steigende Aktienkurse die zweite Stütze für den Vermögensaufbau in 2017. In der Summe sorgten Kursgewinne für einen Wertzuwachs bei Aktien, Aktien- und Mischfonds sowie Zertifikaten privater Haushalte von 93 Mrd. Euro.

In den letzten Jahren blieb die reale Verzinsung von Einlagen, Rentenwerten und Versicherungen dank niedriger Inflationsraten positiv. Mit der „Rückkehr“ der Inflation änderte sich das 2017 jedoch: Die Inflationsrate stieg auf voraussichtlich 1,7 Prozent und der Realzins drehte mit -0,8 Prozent stark ins Minus. Für die privaten Haushalte bedeutete das Wertverluste ihres Geldvermögens von 38 Mrd. Euro. Für 2018 rechnen wir bei kaum veränderten Rahmenbedingungen mit einem nominalen Anstieg der privaten Geldvermögen in Deutschland um gut vier Prozent auf 6,3 Billionen Euro.

Dezember 2017


04.10. | 2017 Fonds professionell

Thomas Fleck ist Finanzprofi durch und durch 

 

Bevor er sich als Honorarberater selbstständig machte, verantwortete er das institutionelle Geschäft bei Deka und Union Investment. Doch die Regulierung hat ihm den Spaß an der Vermögensverwaltung genommen.

Thomas Fleck konzentriert sich mit seinem Unternehmen My Advice ab sofort auf Finanz-Coaching und -Consulting. Erlaubnispflichtige Finanzgeschäfte wie die Anlageberatung oder die Vermögensverwaltung bietet er nicht mehr an. Seine entsprechende Bafin-Erlaubnis hat er zum 1. Oktober zurückgegeben.

Fleck begründet diesen Schritt mit den immer schärferen Vorgaben für dieses Geschäft. "Nach Inkrafttreten von Mifid II werden zunehmend und überproportional Ressourcen durch die erneut steigende Regulierung gebunden", so Fleck auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE.

Fleck hatte sein Unternehmen vor rund zwei Jahren in Friedrichsdorf bei Frankfurt gegründet (FONDS professionell ONLINE berichtete). Er ist in der Branche kein Unbekannter: Bevor er sich selbstständig machte, leitete er die Einheit "Institutionelle Investoren" bei der Dekabank. Zuvor hatte er bei Union Investment das Geschäft mit institutionellen Kunden außerhalb des genossenschaftlichen Finanzverbundes verantwortet. Auch Stationen bei der Deutschen Bank, dem US-Fondsanbieter Janus Capital und dem britischen Asset Manager Schroders stehen in seiner Vita.

"Der administrative und finanzielle Aufwand erhöht sich erheblich"
"Unter Mifid II steigen die Anforderungen zum Thema Compliance, und damit erhöht sich der zeitliche, administrative und finanzielle Aufwand erheblich", berichtet Fleck. "Es sind insgesamt noch mehr Reporting, Dokumentation und Transparenz nötig."

Er stört sich auch daran, dass im neuen Regelwerk nicht nur Banken und Vermittler, sondern auch Vermögensverwalter als "Vertreiber" von Finanzprodukten gelten. "Der Vermögensverwalter vertreibt aber keine Finanzinstrumente, sondern erwirbt diese für seinen Auftraggeber in dessen Namen und in seinem Interesse. Er steht damit in dessen Lager und nicht im Lager des jeweiligen Emittenten", betont Fleck.

"Freude an ratgebenden Finanzdienstleistungen erhalten"
"Der steigende Druck unter Mifid II bedeutet für Vermögensverwalter, dass sie insgesamt mehr Assets benötigen, um weiterhin wirtschaftlich sinnvoll arbeiten zu können", so der Finanzexperte. "Die Kosten, die durch die erneut steigende Regulierung entstehen, müssen zwangsläufig an die Kunden weitergereicht werden, die davon nur bedingt begeistert sein werden." Deswegen habe er sich für ein alternatives Modell entschieden, um "die Freude an ratgebenden Finanzdienstleistungen zum Wohle aller erhalten" zu können.

Nun bietet Fleck im Wesentlichen Finanz-Coaching und -Consulting an. Er möchte unter anderem Privatleuten Finanzwissen vermitteln. "Mit diesem Training sind Sparer und Anleger in kürzester Zeit fit für die Finanzmärkte und optimal ausgerüstet, um erfolgreich zu agieren", so Fleck. Außerdem bietet er an, Anleger beim Vermögensaufbau und -erhalt zu begleiten, indem er zum Beispiel bei der strategischen und taktischen Asset-Allokation berät, Tipps für die Auswahl geeigneter Anlageinstrumente gibt oder das individuelle Rendite-Risiko-Profil untersucht.

Andere Vermögensverwalter übernehmen Flecks Kunden
Seine Kunden hatte Fleck schon vor Wochen über den geplanten Schritt informiert, ihre Depots werden nun von anderen Vermögensverwaltern betreut. "Einem Teil meiner Kunden kann ich weiterhin mit meinen neuen Dienstleistungen dienlich sein", sagt Fleck. (bm)


"Erfolgreich sparen und anlegen" - interaktive Themengestaltung mit  Oberstufenschülern - Schulzentrum Marienhöhe, Darmstadt  

 

"Ich in fast 18 und habe keine Ahnung von Steuern, Miete und Versicherung. Aber ich kann eine Gedichtsanalyse schreiben - in vier Sprachen. So fasste eine deutsche Abiturientin nüchtern Ihre Wirtschaftskenntnisse im Sommer 2015 in einem Tweet zusammen und sorgte damit für öffentliches Aufsehen. Denn Sie ist nur eine von vielen Schülern und Erwachsenen, denen es so geht. Dabei sind Wirtschafts- und Finanzwissen elementar wichtig für das individuelle und kollektive Wohlergehen.

Mit Oberstufenschülern des Schulzentrums Marienhöhe in Darmstadt hatte Thomas Fleck vor Kurzem Gelegenheit sich über zwei spannende und muntere Schulstunden hinweg zur Thematik - erfolgreich sparen und anlegen - auszutauschen. Dabei gab es nicht nur eine rege und intensive Teilnahme und viele interessante Fragen sondern es wurde die gesamte Thematik interaktiv erarbeitet.

Dank der guten Vorarbeit durch diese Schule konnte auf die Finanz- und Wirtschaftskenntnisse aufgebaut werden und dies nun praxisorientiert veranschaulicht und verdeutlicht werden. 
Es bleibt festzuhalten, dass diese Schüler nicht nur Ahnung von Gedichtsanalysen haben, sondern auch gut vorbereitet sind auf  die finanziellen Themen und Herausforderungen, die das Leben so bereithält...und das mit einem Quäntchen mehr Leichtigkeit.

Oktober 2017   

          


Erster Vermögensverwalter bietet Geld-zurück-Garantie bei schlechter Rendite

 

von Janek Schmidt 03 Feb, 2017, Citywire

 

Thomas Fleck, Inhaber der 2015 gegründeten Vermögensverwaltung My Advice aus der hessischen Stadt Friedrichsdorf, hat zum Jahresstart ein neues Vergütungsmodell mit Geld-zurück-Garantie eingeführt. Der sogenannte Cash-Airbag bietet Kunden die Möglichkeit, ihr fixes Honorar etwas zu erhöhen, aber es dafür am Jahresende komplett zurückzuerhalten, falls eine Mindest-Rendite nicht erreicht wird. 

„Ich habe länger recherchiert, aber in Deutschland und im Ausland kein solches Angebot gefunden. Deswegen wollte ich vor allem für ökonomisch sensitive und damit oft skeptischere Kunden, ein neues attraktives Gebührenmodell schaffen“, sagt Fleck im Gespräch mit Citywire Deutschland.

Bei weniger als 4,8% Rendite zahlt der Kunde kein Honorar

Sein Angebot sieht vor, dass Kunden mit 100-prozentigem Aktienmandat ein fixes Honorar von €200 pro Monat bezahlen. Für das Jahr 2017 stellt Fleck ihnen dabei eine Mindestrendite von 4,8% in Aussicht. Falls diese Marke überschritten wird, behält Fleck das gezahlte Jahreshonorar von €2400. Wird die Marke allerdings nicht erreicht, erhält der Kunde die gezahlten €2400 komplett zurück.

Das bedeutet, dass Fleck bei einer Jahresrendite von weniger als 4,8% an seinen Cash-Airbag-Kunden im Jahr 2017 nichts verdienen wird, wie er selbst einräumt. „Ich bin aber zuversichtlich, dass ich diese Marke erreichen kann. Zugleich habe ich mein Geschäft so strukturiert, dass mir die Einkünfte aus meinen Mandaten ohne Cash-Airbag reichen.“

Denn neben dem Cash-Airbag bietet Fleck auch ein klassisches Vergütungsmodell. Dabei können Kunden wählen: Entweder sie zahlen 1% der angelegten Summe oder einer Erfolgsbeteiligung in Höhe von 20% der erzielten Jahresrendite. Mindestens aber müssen sie €150 pro Monat bezahlen.

Nachahmer erwartet

„In meinen Gesprächen seit Beginn des Jahres habe ich bei Kunden großes Interesse an dem Modell mit dem Cash-Airbag gesehen. Daher kann ich mir lebhaft vorstellen, dass andere Vermögensverwalter, die Performance-mäßig von ihren Leistungen überzeugt sind, mit ähnlichen Angeboten nachziehen werden. Diejenige, die eher medioker unterwegs sind und einen hohen Fixkosten-Block haben, werden wohl eher zurückhaltend sein. Da bin ich auf die Reaktionen der Kollegen gespannt“, sagt Fleck.

Fleck verwaltet auch gemischte Mandate, die Anleihen einbeziehen. Doch den Cash-Airbag bietet er nur für reine Aktien-Portfolios. Dabei investiert er vor allem direkt in Aktien und vereinzelt auch in passive Fonds, allerdings nicht in aktiv gemanagte Strategien.

Für das Jahr 2018 wird er im Dezember 2017 je nach Marktlage eine neue Mindest-Rendite vorgeben. Für Kunden, die im Laufe eines Jahres in das Cash-Airbag-Modell einsteigen wird die Mindestrendite entsprechend angepasst. So verspricht Fleck beispielsweise ab Juli 2017 eine halbierte Rendite für die restlichen sechs Monate von 2,4%.

Von London in den Taunus

Fleck hält seit 2014 eine 32er Lizenz der BaFin. Zuvor leitete er den Bereich „Institutionelle Investoren“ bei der DekaBank in Frankfurt und war sechs Jahre lang Mitglied der Geschäftsführung bei Union Investment Institutional in Frankfurt.

Seine vorherigen beruflichen Stationen waren die Leitung des europäischen Vertriebs beim US Asset Manager Janus Capital, sowie Geschäftsführer beim britischen Asset Manager Schroders in London und Frankfurt mit Verantwortung für das deutsche, institutionelle Kundengeschäft. Er hat ein BWL-Studium und eine Lehre bei der Deutschen Bank absolviert.


18.01.2017 |Fonds professionell - online

 

Honorarberater verspricht: Geld zurück bei schlechter Performance

 

Ein Asset Manager verdient meist auch dann, wenn er miese Leistung liefert – den pauschalen Gebühren sei Dank. Ein Vermögensverwalter aus Hessen geht einen anderen Weg: Läuft es schlecht, bekommen seine Kunden einen Teil des Honorars zurück.


Thomas Fleck, Honorarberater und Vermögensverwalter aus Friedrichsdorf im Taunus, wirbt derzeit mit einem eher unüblichen Angebot namens "Cash-Airbag" um Kunden: Bei schlechter Wertentwicklung erhalten Anleger Geld zurück. Fleck erstattet Klienten mit Aktienmandaten bis zu 2.400 Euro der Vermögensverwaltungsgebühr.

Fleck stört, dass sich Vermögensverwalter und Fondsgesellschaften in aller Regel leistungsunabhängig bezahlen lassen – auch bei schlechter Performance fällt die volle prozentuale Gebühr an. "Erfolgsabhängige Vergütungen, die bei Erreichen oder Überschreiten eines bestimmten absoluten Ertragsziels oder einer Benchmark greifen, kommen bei einigen Anbietern als Zusatzgebühren noch hinzu", so Fleck. Ein Malus bei schlechter Wertentwicklung sei in den Vergütungsmodellen dagegen nicht vorgesehen. "Der Kunde trägt also auch in diesen Phasen die vollen Kosten", betont der Honorarberater.

Für 2017 hat sich Fleck 4,8 Prozent Mindestrendite vorgenommen
Fleck kennt die Branche gut: Bevor er sich mit seiner Gesellschaft My Advice selbstständig machte, arbeitete er viele Jahre in der Fondsbranche, unter anderem als Leiter des Vertriebs an institutionelle Kunden bei der Dekabank und bei Union Investment (FONDS professionell ONLINE berichtete).

Mit seinem eigenen Unternehmen möchte Fleck bewusst einen anderen Weg gehen: "Unsere Kunden bekommen bis zu 2.400 Euro der vereinnahmten Vermögensverwaltungsgebühr zurückerstattet, sofern wir die vorgegebene Bruttorendite zum Jahresende nicht erreichen." Das Mindest-Bruttorenditeziel legt Fleck für jedes Kalenderjahr neu fest, für 2017 hat er sich 4,8 Prozent vorgenommen. Sein Honorar für eine Vermögensverwaltung mit "Cash-Airbag" beginnt bei 200 Euro pro Monat.

"Ökonomisch faires Angebot"
Auch wenn Fleck im Fall der Fälle in einem Kalenderjahr nichts an einem Kunden verdienen sollte: Als Wohltäter versteht er sich nicht. Erfolgreiche Phasen sollen "nach den branchenüblichen Usancen honoriert werden", sagt er. Ihm gehe es vielmehr um ein "ökonomisch faires Angebot für jede Leistungssituation".

"Entscheidend ist, dass die Anleger stärkeres Vertrauen zur Aktienanlage gewinnen und persönliche, positive Renditeerfahrungen machen", betont Fleck. "Sofern das ökonomische Risiko dabei etwas reduziert werden kann, erhöht sich die Neigung, Engagements in Aktien einzugehen."

Aus drei werden 4,2 Prozent Rendite
Fleck rechnet vor, wie der "Cash-Airbag" für Kunden wirken kann: Beträgt die Performance in 2017 für einen Anleger, der 200.000 Euro investiert hat, nur 3,0 statt der avisierten 4,8 Prozent, liegt der Bruttoertrag bei 6.000 Euro. Hinzu kommen dann 2.400 Euro Rückerstattung aus der Vermögensverwaltungsgebühr. In Summe erhält der Anleger also 8.400 Euro, was 4,2 Prozent Rendite auf das investierte Kapital bedeutet – allerdings nur, wenn man beiseitelässt, dass der Kunde zuvor mindestens 2.400 Euro Vermögensverwaltungsgebühr bezahlt hat. (bm)


03.02.2017 | €uroFundResearch

Vermögensverwalter diskutieren Geld-zurück-Garantie

 

Der Vermögensverwalter My Advice aus Friedrichsdorf bietet Kunden ein neues Gebührenmodell an: Wächst ihr Vermögen nicht um einen vorgegebenen Prozentsatz, zahlt ihnen My Advice das Honorar zurück. In der Branche wird der Vorstoß kritisch gesehen.

Ein Branchenneuling traut sich etwas. Thomas Fleck hat My Advice erst 2015 gegründet. Doch mit seinem neuen Gebührenmodell sorgt er schon für Diskussionen: Seine Vermögensverwaltung bietet Kunden alternativ zu klassischen Vergütungsmodellen auch ein sogenanntes Cash-Airbag an.

Und das funktioniert so: Kunden zahlen ein fixes Honorar pro Monat. Dafür verspricht Fleck ihnen eine Jahresmindestrendite von 4,8 Prozent auf das verwaltete Vermögen. Wird die Zielmarke nicht erreicht, gibt es Geld zurück – bis zu maximal 2.400 Euro. Einschränkung: Das Angebot wird unterjährig berechnet: „Wird das Aktienmandat zum 1.März 2017 aufgesetzt, das heißt noch 10 Monate bis zum Jahresende, so liegt die verbleibende Brutto-Mindest-Rendite bei 4,00% und die maximale Rückvergütung liegt bei 2.000 Euro“, rechnet My Advice auf seiner Website vor. Die 4,8 Prozent gelten dabei nur für das Jahr 2017. Die absoluten Mindest-Bruttorenditeziele werden für jedes Kalenderjahr zu Beginn neu justiert und vereinbart.

Bei einem fixen Honorar von 200 Euro pro Monat bedeutet das, dass Fleck bei einer Jahresrendite von weniger als 4,8% an seinen Cash-Airbag-Kunden im Jahr 2017 nichts verdienen wird, wie er in einem Gespräch mit FundResearch erklärt. „Ich bin mir des Risikos bewusst, gleichzeitig aber zuversichtlich, dieses Ziel zu erreichen“, so Fleck. Den Cash-Airbag bietet My Advice nur für reine Aktien-Portfolios. „Ich möchte mit dem Angebot Menschen erreichen, die sich zum ersten Mal mit dem Thema Vermögensverwaltung auseinandersetzen und mit den gängigen Gebührenmodellen noch nicht vertraut sind. Wenn ich die Leute dann auch noch für das Thema Aktien begeistern kann, habe ich mein Ziel erreicht“, erklärt Fleck im Gespräch mit FundResearch.

Gebührenmodell in der Diskussion

Thomas Fleck geht davon aus, dass das Gebührenmodell Nachahmer finden wird. 

FundResearch wollte es genauer wissen und hat sich in der Branche umgehört. Was sich jetzt schon sagen lässt: Tatsächlich ist die Botschaft angekommen. Fast alle befragten Vermögensverwalter hatten bereits von dem Vorstoß gelesen oder gehört. Manch einer will das Modell in Ruhe diskutieren und bewerten. Doch die Skepsis in der Branche überwiegt.

So lobt Kathrin Eichler von Eichler & Mehlert den Mut des Kollegen: „4,8 Prozent per annum ist auch für ein reines Aktienportfolio keine Selbstverständlichkeit“. Die Düsseldorfer Vermögensverwalterin sieht die Botschaft des Angebots allerdings kritisch: „Ich finde, dass es kein gutes Signal für die Branche ist, wenn Leistung – wenn auch nur unter bestimmten Bedingungen – umsonst angeboten wird. Qualität hat schließlich ihren Preis. Und die Qualität einer Vermögensverwaltung misst sich nicht allein an einer statischen Jahresperformance“, so Eichler.

Ähnlich argumentiert Ottmar Wolf von Wallrich Wolf Asset Management aus Frankfurt: „Das Gebührenmodell von My Advice ist innovativ. Ich habe von etwas Ähnlichem jedenfalls noch nicht gehört“, so Wolf, der die Idee einer Mindestperformance als bemessungsmaßstab jedoch für fragwürdig hält. „Der Mehrwert einer Vermögensverwaltung besteht ja darin, das Vermögen der Kunden möglichst gut zu streuen und gegen Unwägbarkeiten abzusichern. Performance ist nicht alles“, so Wolf.

Auch Claus Walter von der Freiburger Vermögensmanagement GmbH bewertet den Vorstaß zwar grundsätzlich als mutige, neue Idee, hält das Signal einer Mindestperformance aber für den falschen Ansatz: „In schlechten Börsenjahren und einer Baisse kann auch eine Performance von null Prozent für die Kunden ein Erfolg sein. Und in einer Hausse, wenn die Kurse allgemein beispielsweise um zehn Prozent steigen, dann ist das nicht der Erfolg des Vermögensverwalters“, rechnet Walter vor. Aus seiner Sicht sei sowohl für Kunden als auch für Vermögensverwalter eine Kombination aus fixen Kosten und performanceabhängigen Gebühren das fairste Modell, so Walter.

Darin sind sich im Übrigen alle Vermögensverwalter einig. Auch Thomas Fleck bietet seinen Kunden das übliche Kombimodell an – für größere Vermögen deutlich über 220.000 Euro ohnehin standardmäßig.

(MvA)


"Der gefährliche Nullzins! Geldanlage in Zeiten der permanenten Krise"   Referent - Raiffeisen Investment Club, 250 Teilnehmer

 

Thomas Fleck,, analysierte die aktuelle Wirtschafts- und Finanzmarktentwicklung und erläuterte die Herausforderungen für Sparer und Anleger in der Niedrigzinsphase. Den Staaten fehle es an Mut, große strukturelle und institutionelle Reformen umzusetzen. „Die Zentralbanken versuchen daher die zähe Staatsschuldenkrise mit einer lockeren Geld- und Zinspolitik zu stabilisieren, indem sie die Wirtschaft weiter mit Geld fluten“, sagte Fleck. Der Ausgang dieser Zentralbankpolitik sei aber höchst ungewiss und riskant. Eine Nebenwirkung der aktuellen Entwicklung sei, dass es im europäischen Wirtschaftraum gleichzeitig inflationäre und deflationäre Tendenzen gibt, ein völliges Novum laut Fleck.

 Anhaltende Niedrigzinsen

 

Die künstlich herbeigeführte Entwicklung der Niedrigzinsen stelle die Sparer vor eine bisher ungewohnte Situation, während sie für Unternehmen durch geringere Kreditkosten günstig sei. „Die niedrigen Zinsen werden uns noch eine ganze Weile erhalten bleiben“, sagte Fleck. Die meisten Anleger und Sparer hätten die mit dem Niedrigzinsumfeld zusammenhängenden Folgen noch gar nicht richtig realisiert, die sich vor allem auf lange Sicht auf die Ersparnisse und Vermögen auswirkten. So sei beispielsweise die – über Jahrzehnte von den Sparern gewohnte – hohe Verzinsung für Spargelder bei gleichzeitig hoher Sicherheit, wie dies etwa bei Staatsanleihen der Fall war, vorbei, weil sich die Rahmenbedingungen völlig verändert haben. 

Anlagekultur als neue Herausforderung

 

Fleck sprach von einer „Zeitenwende für Sparer und Anleger“ und plädierte für einen kulturellen Wandel im Anlageverhalten. Im Gegensatz zum angelsächsischen Raum fehle Kontinental-Europa bis heute eine gewachsene, etablierte Anlagekultur, die vor allem in einem kontinuierlichen, langfristig ausgelegten und bedachten Investieren in  Unternehmenswerte und damit in Aktienanlagen bestehe. „Hier ein Umdenken zu erreichen, ist eine gesellschaftliche Herausforderung, die neben der Finanzbranche auch die Unterstützung der Politik, der Medien und auch der Sparer und Anleger erfordert“, sagte Fleck. 

Er zeigte auf, wie Privatanleger trotz struktureller Probleme und Herausforderungen mit attraktiven Anlagestrategien auskömmliche Renditen erzielen können und dass sich mehr Diversifikation in der Kapitalanlage auszahlt(Berichterstattung von Raiffeisen Investment Club).              


01.02. | 2016 FONDS professionell:

 


Topmanager aus der Fondsbranche wird Anlageberater

 

Thomas Fleck genießt unter Kennern des institutionellen Investmentgeschäfts einen hervorragenden Ruf. Jetzt wagt er als Vermögensverwalter und Anlageberater den Sprung in die Selbständigkeit, wie er FONDS professionell ONLINE verraten hat. 

Thomas Fleck, der in den vergangenen Jahren unter anderem das institutionelle Geschäft der Fondsanbieter Deka und Union Investment leitete, hat sich selbständig gemacht. Mit seinem Finanzdienstleistungsinstitut "My Advice for you" wolle er insbesondere Privatanlegern bei der Geldanlage zur Seite stehen, sagte er im Gespräch mit FONDS professionell ONLINE. Er möchte nicht nur unabhängige Finanzportfolioverwaltung und Anlageberatung anbieten, sondern auch Finanz-Coaching. Außerdem wird er als Consultant für Asset Manager im institutionellen Geschäft arbeiten.

"Ich denke schon seit längerer Zeit über den Schritt in die Selbständigkeit nach. Jetzt lasse ich diesen Wunsch Wirklichkeit werden", sagte Fleck. Die nötige Bafin-Erlaubnis liegt bereits seit Dezember 2014 vor – knapp ein Jahr zuvor hatte Fleck Union Investment verlassen, wo er sechs Jahre lang als Geschäftsführer den institutionellen Vertrieb geleitet hatte. Im März vergangenen Jahres legte er seine Pläne für einige Monate auf Eis, um für die Deka die Einheit "Institutionelle Kunden Inland" zu übernehmen. Sein Ausscheiden beim Wertpapierhaus der Sparkassen war erst vor wenigen Tagen bekanntgeworden (FONDS professionell ONLINE berichtete).
Insgesamt blickt Fleck auf 28 Jahre Erfahrung in der Branche zurück. Vor seiner Zeit bei Deka und Union Investment war der Betriebswirt unter anderem in leitenden Funktionen bei Janus Capital und Schroders tätig gewesen.

In seinem neuen Unternehmen startet Fleck nach eigenen Worten zunächst mit einem "kleinen Team", das dann über die Jahre aufgebaut werden soll. "My Advice for you" hat die Rechtsform des eingetragenen Kaufmanns, die für Finanzdienstleistungsinstitute eher selten ist. (bm)


DAS INVESTMENT.COM: Thomas Fleck: Insti-Vertriebler gründet eigene Vermögensverwaltung 

 

Von Union Investment über Deka in die Selbständigkeit: Thomas Fleck hat einen Finanzdienstleister gegründet. Der Fokus des Unternehmens liegt auf Vermögensverwaltung, Anlageberatung und Finanz-Coaching. Außerdem gibt der langjährige Vertriebsprofi Fleck Asset Managern sein Spezialwissen weiter. "Asset Manager mit institutioneller Kundenausrichtung berät Thomas Fleck zu Vertriebsstrategien und -taktiken und zu praktischen Vertriebsoptimierungsansätzen", heißt es in einer Mitteilung des Finanzdienstleistungsinstituts my advice mit Sitz in Friedrichsdorf im Hochtaunuskreis. Die junge Firma habe eine Bafin-Erlaubnis gemäß Paragraf 32 Kreditwesengesetz erhalten und nehme jetzt die Geschäftstätigkeit auf. Nationale und internationale Erfahrung für seinen neuen Job als Berater sammelte Fleck in mehr als 28 Jahren in leitenden und verantwortungsvollen Positionen im Bereich Kundenberatung, Kundenbetreuung und Portfolio-Optimierung bei verschiedenen Banken und Asset Managern. Zuletzt leitete Fleck für nur ein Jahr die Einheit Institutionelle Kunden Inland der Deka Bank. Stationen im In- und Ausland: Vor seinem Wechsel zur Sparkassen-Finanzgruppe arbeitete Fleck bei Union Investment Institutional. Sechs Jahre lang verantwortete Fleck als Mitglied der Geschäftsführung das nationale und internationale, institutionelle Geschäft mit Kunden außerhalb des genossenschaftlichen Finanzverbundes sowie für Consultants im In- und Ausland. Zuvor leitete Fleck den Vertrieb an Institutionelle in Deutschland beim US Asset Manager Janus Capital Group, beim britischen Asset Manager Schroders und bei der Frankfurter Privatbank Schröder Münchmeyer Hengst. Autor: Christian Hilmes Dieser Artikel erschien am 02.02.2016 unter folgendem Link: http://www.dasinvestment.com/berater/news/datum/2016/02/02/insti-vertriebler-gruendet-eigene-vermoegensverwaltung/


Portfolio institutionell  3.2.2016:  Auf eigenen Füßen

 

Thomas Fleck macht sich selbstständig. Sein neugegründetes Unternehmen soll unter anderem Asset Manager mit institutioneller Kundenausrichtung beraten.

Nach einem kurzen Intermezzo bei der Deka begibt sich Thomas Fleck in die Selbstständigkeit. Mit seinem neugegründeten Finanzdienstleistungsinstitut namens „my advice e. Kfm.“ will er Asset Manager mit institutioneller Kundenausrichtung zu Vertriebsstrategien und -taktiken sowie zu praktischen Vertriebsoptimierungsansätzen beraten. Außerdem soll ein Fokus auf der Finanzportfolioverwaltung, der Anlageberatung und dem Finanz-Coaching liegen. Die notwendige Erlaubnis seitens der Bafin wurde Flecks Unternehmen bereits erteilt. 

Zuvor war Fleck bis Ende 2015 bei der Deka als Leiter des Vertriebs bei institutionellen Kunden. Diesen Job hatte er erst im März 2015 angetreten. Zuvor war er bis Ende 2013 langjähriges Mitglied der Geschäftsführung bei Union Investment Institutional. Zu seinen weiteren beruflichen Stationen gehörten unter anderem die Janus Capital Group, Schroders und Schröder Münchmeyer Hengst. 


Thomas Fleck verlässt Union Investment - Pressemitteilung Union Investment, 6. Januar 2014: 

 

Nach sechs erfolgreichen Jahren scheidet Thomas Fleck auf eigenen Wunsch bei der Union Investment Institutional GmbH aus. Er legte sein Amt als Geschäftsführer des Unternehmens zum Jahresende 2013 nieder. Als Mitglied der Geschäftsführung war Fleck zuständig für das Ressort „Akquisition und Betreuung des Zentralen und Internationalen Account Managements (ZIAM)“ mit nationalen und internationalen institutionellen Kunden außerhalb der genossenschaftlichen Finanzgruppe. Dazu zählen Institutionen wie Versicherungen, Vorsorgeeinrichtungen, Unternehmen und Consultants. Fleck wird dem Unternehmen noch für einige Monate beratend zur Verfügung stehen. Der Aufsichtsrat der Union Investment Institutional GmbH bedauert die Entscheidung von Fleck sehr, dankt ihm für seine hervorragende Arbeit und wünscht ihm auf seinem weiteren beruflichen und privaten Lebensweg alles Gute.